Aktuelle hauspost-Ausgabe

Von der Blüte ins Glas
(02.08.2019)

Wie auf der Krösnitz Honig entsteht und geerntet wird

Gartenstadt • Für Imker Dr. Mirko Lunau stehen die Bienen im Vordergrund. Die Honigproduktion ist dabei nur ein positiver Nebeneffekt – der aber auch einige Arbeit erfordert. Auf der Krösnitz hat er nun die ersten vollen Waben geerntet und verarbeitet. Die hauspost hat ihn dabei begleitet.

Auch wenn die hauspost-Bienen sehr freundlich sind, legen Dr. Mirko Lunau und sein Mitarbeiter für die Ernte dann doch ein wenig Schutzmontur an. Schließlich müssen die Männer die vollen Rähmchen aus der Bienenbeute entfernen und durch neue ersetzen – ein Eingriff, der für etwas Wirbel bei den fleißigen Insekten sorgt.
Um die Tiere etwas zu beruhigen, kommt vor jeder Ernte ein Rauchgerät zu Einsatz. Wer nun glaubt, die Bienen bekommen damit eine kleine Betäubung verpasst, liegt allerdings falsch. Der Imker macht sich mit Rauch einen natürlichen Impuls der Bienen zunutze. Der Vorbote eines Feuers sorgt dafür, dass sich die Bienen ihre Mägen mit Honig vollschlagen – so haben sie genug Vorräte, um im Notfall einen neuen Bienenstock aufzubauen. Mit vollen Mägen sind die Bienen deutlich ruhiger – das können wohl nicht nur die hauspost-Redakteuer gut nachvollziehen. Gut gesättigt lebt es sich doch viel entspannter.

Vorsichtig entnimmt Mirko Lunau die Rähmchen mit den Waben und begutachtet, welche ausreichend mit Honig gefüllt sind, oder wo sich eventuell bebrütete Waben verstecken. Letztere müssen im Bienenvolk verbleiben. „Mit dem Honig können die Rähmchen schon mal gut 1,5 Kilogramm wiegen”, sagt der Imker. Rund sechs Kilogramm entnimmt er der Beute auf der Krösnitz. Mit der Ernte von den hauspost-Bienen macht sich Mirko Lunau schließlich auf den Weg zur Honigverarbeitung nach Ahrensboek. Hier geht es als Allererstes zum „Entdeckeln”. Wenn Bienen eine Wabe mit Honig füllen, verschließen sie diese mit einem Wachsdeckel. Der muss weg, damit der Honig herausfließen kann.
Die entdeckelten Waben kommen dann in die Zentrifuge. Ein paar Minuten lang werden sie geschleudert. Der Honig wird aufgefangen und durch ein Sieb von den letzten Wachsresten befreit. Dann wird er cremig gerührt – eine Prozedur, die einige Tage bis sogar einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Die leeren Waben presst der Demeterimker noch einmal aus – so entsteht sein besonderer Urhonig. Das übrige Wachs findet beispielsweise in der Kosmetik Verwendung.

Wer Fragen, Ideen oder Wünsche zu den hauspost-Bienen hat, richtet diese einfach telefonisch an (0385) 760 52 0 oder per Mail an redaktion@hauspost.de.


Honig ist mehr als nur ein Lebensmittel
Mit Honig lässt sich nicht nur süßen. Er hat darüber hinaus auch Eigenschaften, die ihn zum Beispiel als Hausmittel bei kleineren Wehwehchen oder als Schönheitshelfer geeignet machen. Schon in der Antike wurde Honig als Heilmittel geschätzt. Er enthält viele wichtige Antioxidantien, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Als Virenkiller tut Honig besonders bei Erkältungen gut. Aber auch bei äußerlicher Anwendungen macht sich beispielsweise seine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung bemerkbar. Warum nicht mal eine Honig-Schönheitskur machen? Dafür einfach je drei Esslöffel Honig und Magerquark vermengen, auf dem Gesicht verteilen, einwirken lassen und abspülen – Naschen ist erlaubt!

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BU: Bei der Ernte entnimmt Dr. Mirko Lunau die  gefüllten Honigwaben, entdeckelt sie und schleudert den Honig raus
Foto: maxpress

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