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„Uns fehlt der Flurfunk”
(28.04.2020)

Auch das ZGM bewältigt alle Aufgaben im Homeoffice mit allen Vor- und Nachteilen

Schwerin • Viele Schweriner üben ihren Beruf derzeit von zu Hause aus. Zu ihnen zählen auch die Mitarbeiter des ZGM Martin Böhnke (oben), verantwortlich für das Controlling, und Marco Anacker (unten), tätig im Fachbereich Gebäudeservice. Wie sie die fachlichen Hürden nun meistern und über was sie sich allein zu Hause plötzlich Gedanken machen, erzählen sie im hauspost-Interview.

hauspost: Nun sind es schon ein paar Wochen im Homeoffice. Wie geht es Ihnen dabei? Ist der „Lagerkoller“ schon da?
Martin Böhnke: Lagerkoller? Nein, noch nicht. Dank der heutigen Technik ist es sehr gut auszuhalten. Vor 20 Jahren hätten wir größere Probleme. Aber die zwischenmenschlichen Kontakte im Büro fehlen schon. Mal eben zum Kollegen hinüber gehen, ist doch etwas anderes als einfach nur eine E-Mail schicken oder anrufen. Und der „Flurfunk“ fehlt. Da bleiben doch Informationen auf der Strecke.

hauspost: Sie bereiten aktuell die Planung für die Jahre 2021 und 2022 vor. Wie gelingt das außerhalb des ZGM?
Martin Böhnke: Vieles dafür liegt digital vor. Zahlen aus den Fachbereichen kommen per E-Mail. Das klappt gut. Es sind die kleinen Dinge, die einen ausbremsen. Im Büro habe ich zwei Bildschirme, zu Hause nur einen Laptop und für 16 Millionen Euro, die das ZGM pro Jahr für alle gebäuderelevanten Aufgaben umsetzt, braucht es Darstellungsraum. Die größte Herausforderung ist es aber, die kommenden Jahre überhaupt einzuschätzen.

hauspost: Was meinen Sie: Wie geht es weiter in diesem Jahr? Was haben Sie vor, wenn die Krise vorüber ist?
Martin Böhnke: Wenn das alles überstanden ist, wird einer der ersten Wege zum Friseur führen. Die Haare sind jetzt schon zu lang. Und natürlich will man die Freunde wieder treffen, vielleicht im Kino. Aber zunächst geht es im Homeoffice weiter. Ich denke das Thema wird uns noch ein Weilchen begleiten. Vielleicht ja sogar tageweise über die Krise hinaus.

hauspost: Was meinen Sie, Herr Anacker: Ist Homeoffice auch langfristig für Sie möglich? Schließlich werden persönliche Kontakte erheblich eingeschränkt?
Marco Anacker: Persönlich für mich ist das langfristig keine erstrebenswerte Option. Kommunikation im Betrieb ist ein Instrument für eine gemeinsame Zusammenarbeit, die mir wichtig ist.

hauspost: Was fehlt Ihnen in dieser Zeit am meisten?
Marco Anacker: Ich treibe gern mit Freunden Sport. Das fehlt mir sehr. Nun muss ich immer allein joggen. Auch das familiäre Umfeld außerhalb unseres Bundeslandes vermisse ich. Zum Glück gibt es Videoanrufe. Aber die Realität ist das auch nicht. Ein schönes Grillfest mit allen Bekannten wäre mal wieder schön.

hauspost: Vielen Dank für das Gespräch.

Text/Fotos: ZGM

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