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Stück für Stück zum Glück
(02.08.2019)

Michael Frahm radelt von Flensburg nach Usedom und sammelt dabei Momente der Freude

Schwerin • Er ist ein Positivdenker, Geschichtensammler und bekannt als der „Glücksmaler“. Seine neue Mission: Mit dem Rad von Flensburg nach Usedom fahren, dabei Leute treffen, sie nach ihren Glücksmomenten fragen und Bilder dazu malen – für Kost und Logis. Danach  wird er ein Buch darüber schreiben. Am 15. Juli hat er sich auf den Weg gemacht, zunächst mit dem Zug nach Flensburg. Seitdem radelt er Stück für Stück zum Glück.

„Das ist kein Selbstfindungstrip“, betont Michael Frahm augenzwinkernd. Er deutet  auf seine Frau und die zwei Töchter. „Ich bin nicht auf der Suche nach irgendetwas für mich. Ich habe mein Glück gefunden. Vielmehr geht es mir darum, herauszufinden, was andere glücklich und zufrieden macht. Oft sind das ja ganz kleine, wundervolle Dinge. Und die möchte ich einfangen und festhalten.“ Dafür hat er eine ganze Menge Zeit eingeplant. Mehr als einen Monat lang tritt der Glücksmaler in die Pedale und sammelt freudige Augenblicke ein, die er dann nicht nur malerisch in Aquarellen und Pastellen verewigt, sondern auch in Geschichten zu Papier bringt.

Glücksbuch geplant

Ein hochwertiges Buch wird seine Reise krönen, mit mehr als 140 Seiten. Ende des Jahres soll es in den Druck gehen. Außerdem plant er eine Vernissage mit Buchvorstellung für Januar 2020.
Wie lange Michael Frahm an einem Ort verweilen wird, überlässt er dem Schicksal. „Das Glück wird mir den Weg weisen“, da ist sich der Maler sicher. „Wenn es auf dem Ostseeradweg zu touristisch bleibt und ich dort zu viele ähnliche Geschichten höre, dann kurve ich durch die Dörfer. Ich suche Momente mit Tiefgang, auch wenn es kleine Augenblicke sind.“ Wo er gerade ist, was er erlebt, das können Interessierte genau verfolgen. Michael Frahm bloggt regelmäßig auf www.gluecksmaler.de und lässt Kunstfans und Geschichtenliebhaber an seiner Reise teilhaben. Dazu füttert er alle anderen sozialen Medienkanäle und bedient so auch diejenigen, die ihr Glück in der Bedienung des Handys, Tablets oder PCs gefunden haben.

Vorbestellungen online

Wer dabei bereits Lust auf das ganze Buch bekommt, kann es direkt auf der Website vorbestellen. Das ist praktisch, denn es handelt sich um eine limitierte Auflage. „Das Buch stelle ich mir zum Beispiel ideal vor, wenn Unternehmen ihren Kunden zum Jahresende ein schönes Präsent machen wollen. Alle denken da an Glück und gute Wünsche. Natürlich auch privat. Glück verschenken, das ist doch was!“
Das Glückskonzept zieht sich bis in die Kalkulation fürs Buch durch: Viermal sieben, also 28 Euro, soll es kosten. Denn die „7“ ist eine Glückzahl, zumindest in unseren Breiten. Schon James Bond setzt auf die 007. Die ganze Welt soll in sieben Tagen erschaffen worden sein und die sieben Weltwunder sind auch ein Begriff.

Mehr als 1000 Kilometer

Was die Erzählungen für sein Buch betrifft, so will Michael Frahm aber auf jeden Fall mehr als sieben zusammen bekommen. Er verlässt sich dabei neben seiner Neugier auf die Länge der Reiseroute: „Schließlich habe ich mehr als einen Monat und über 1.000 Kilometer Zeit, tolle Menschen und spannende Glücksgeschichten zu entdecken und aufzuschreiben.“ Und mit Blick auf einen weiteren gewichtigen Aspekt legt Michael Frahm auch noch eins drauf in Sachen Glück. „Ich möchte durch das Radeln nicht sieben, sondern ganze acht Kilo verlieren“, verrät er. Viele Fans aus Mecklenburg unterstützen den vielseitigen Maler. Das Fahrrad hat ihm beispielsweise die Firma Rademacher aus Schwerin kostenfrei zur Verfügung gestellt. Damit ist der Maler bestens ausgestattet, trampeln muss er allerdings selbst. Unklar ist nur noch, wie Michael Frahm seine Heimreise antritt. Auch mit dem Rad? „Oh, dazu habe ich mir gar keine Gedanken gemacht“, sagt er. „Jetzt bin ich erstmal auf dem Weg und genieße den Moment, getreu meinem Motto: Schau nicht vor, schau nicht zurück, in der Gegenwart liegt das Glück.“    

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BU1: Das Rad ist gepackt, doch die erste Etappe bewältigt Maler Michael Frahm mit dem Zug: Von Schwerin nach Flensburg, Foto: maxpress
BU2: Der Glücksmaler in Aktion, Foto: M. Frahm

Text: Janine Pleger

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