Aktuelle-Ausgabe

Strategie für die Digitalisierung in der Schule
(11.05.2019)

Schülerinnen und Schüler brauchen eine moderne Lernumgebung

Mecklenburg-Vorpommern setzt die Digitalisierung im Schulbereich nach einem abgestimmten Handlungskonzept um. Grundlage bildet die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, auf die sich die Länder in der Kultusministerkonferenz im Jahr 2016 verständigt haben. Alle Kinder, die im Sommer 2018 eingeschult wurden bzw. alle Jugendlichen, die in die Sekundarstufe I eingetreten sind, sollen in ihrer Schullaufbahn eine umfassende Medienbildung erhalten. Über die Digitalisierung in der Schule haben heute auch die Abgeordneten im Bildungsausschuss des Landtags beraten.

„Mit dem Strategiepapier liegt ein bundesweit einheitlicher Handlungsrahmen vor, den wir in Mecklenburg-Vorpommern mit Leben füllen“, bekräftigte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Schülerinnen und Schüler brauchen eine moderne Lernumgebung, wenn wir sie darauf vorbereiten wollen, dass sie sich in einer digitalen Welt zurechtfinden und sich in ihr selbstbestimmt bewegen. Digitale Geräte können aber das Lernen nicht ersetzen. Deswegen gilt bei uns nach wie vor: Pädagogik vor Technik“, betonte Hesse.

Schritt für Schritt zur digitalen Schule – eine Übersicht:

Grundlage:
• Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, auf die sich die Länder im Dezember 2016 in der Kultusministerkonferenz
   verständigt haben. Damit liegt ein abgestimmtes Handlungskonzept vor, wie der digitale Wandel der Gesellschaft in die
   Lehr- und Lernprozesse im Bildungssystem integriert werden kann.
• Alle Kinder, die im Sommer 2018 eingeschult wurden bzw. alle Jugendlichen, die in die Sekundarstufe I eingetreten sind,
   sollen in ihrer Schullaufbahn eine umfassende Medienbildung erhalten.

Unterricht:

• Fächerübergreifender Rahmenplan „Digitale Kompetenzen“ ist zum Schuljahr 2018/2019 in Kraft getreten.
• Schrittweise Überarbeitung der etwa 150 Rahmenpläne für Fächer der allgemein bildenden Schulen hat begonnen –
   Lerninhalte der digitalen Bildung sollen aufgenommen werden.
• Einführung des neuen Unterrichtsfaches „Informatik und Medienbildung“ an allen weiterführenden Schulen (Jahrgangsstufe
   5 bis 10) zum Schuljahr 2019/2020 geplant. Die Stundentafel wird entsprechend angepasst. Gleichzeitig werden die
   curricularen Vorgaben zum künftigen Rahmenplan „Informatik und Medienbildung“ an 21 Modellschulen erprobt.
• Das E-Learning-Projekt „Handlungsorientiert Lernen Online“ (Haleo) an beruflichen Schulen wurde im Schuljahr 2018/2019
   auf alle Kammerbezirke ausgeweitet. Die Erfahrungen des Projektes sollen in eine dauerhafte Lösung einfließen.

Bildungsmedien:

• Das Unterrichtshilfenportal für Lehrkräfte mit digitalen Arbeitsblättern für die Fächer Deutsch, Deutsch als Zweitsprache,
   Mathematik, Englisch, Biologie, Chemie, Physik, Geografie, Geschichte, Sozialkunde, Religion und Arbeit-Wirtschaft-Technik
   soll weiter ausgebaut werden.
• Ein Team von Lehrkräften führt begleitende Fortbildungen für alle Lehrerinnen und Lehrer durch, die mit dem Portal
   arbeiten.
• Das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht stellt als Medieninstitut der Länder Filme und digitale
   Arbeitsmaterialien für den Schulunterricht bereit.

DigitalPakt Schule:

• Mecklenburg-Vorpommern erwartet insgesamt rund 100 Millionen Euro aus dem DigitalPakt Schule über einen Zeitraum von
   fünf Jahren. Bis zum Ende dieser Wahlperiode, also bis Ende 2021, rechnet das Land mit ca. 70 Millionen Euro.
• Alle staatlichen und privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen sollen nach einem bestimmten Verteilschlüssel
   profitieren. Die Mittel sind insbesondere für die notwendige technische Infrastruktur in den Schulgebäuden (Verkabelung,
   WLAN) und zum Ankauf von Smartboards und Lernplattformen vorgesehen. Diese Bundesmittel werden als
   Infrastrukturförderung gewährt, Klassensätze von Tablets sollen in der Regel nicht angekauft werden.
• Schulen erarbeiten Medienbildungskonzepte nach einer Handreichung des Bildungsministeriums – die
   Medienbildungskonzepte sind Voraussetzung, um Mittel aus dem DigitalPakt Schule zu erhalten.
• Schulträger erstellen Medienentwicklungspläne – Medienentwicklungspläne sind Voraussetzung, um Mittel aus dem
   DigitalPakt Schule zu erhalten.
• Das Medienpädagogische Zentrum des Bildungsministeriums wurde personell erweitert. Mit sechs Regionalbeauftragten für
   Medienbildung steht jeder kreisfreien Stadt bzw. jedem Landkreis ein fester Ansprechpartner bei der Umsetzung des
   DigitalPaktes Schule zur Verfügung.
• In fünf Regionalkonferenzen mit insgesamt über 900 Teilnehmenden sind Schulleitungen, Schulträger staatlicher und
   privater Schulen und IT-Dienstleister über die Digitalisierung im Schulbereich informiert worden.
• Das Land hat ein Netzwerk von 39 medienpädagogischen Multiplikatoren an den staatlichen und 10 medienpädagogischen
   Multiplikatoren an den privaten Schulen aufgebaut. Die Multiplikatoren unterstützen die Lehrerkollegien bei allen Fragen
   rund um die Umsetzung des DigitalPaktes und sollen Fortbildungen durchführen.

Aus- und Fortbildung:

• Referendarinnen und Referendare erhalten während des Vorbereitungsdienstes eine zweitägige Einführung in die
   Medienbildung, die auch praktische Medienarbeit umfasst.
• Das Bildungsministerium sichert überregionale und regionale Fortbildungen für Lehrkräfte ab. Neue Formate wie Online-
   Fortbildungen sollen erprobt werden. Grundlage ist ein neu aufgelegtes Fortbildungskonzept.
• Die Sommer- und Winterakademien des IQ M-V widmen sich dem Thema „Bildung in der digitalen Welt“.
• An der Universität Greifswald und an der Universität Rostock soll jeweils eine Professur für Medienpädagogik eingerichtet
   werden, um die Vermittlung fachdidaktischer Kompetenzen in der Lehramtsausbildung in diesem Bereich zu stärken.

Schulverwaltung:

• Die Schulverwaltung des Landes als gemeinsame Einrichtung und der Schulträger soll technisch ebenfalls zeitgemäß
   aufgestellt werden.
• Eine Projektgruppe hat unter Beteiligung der kommunalen Ebene die Arbeit für ein „Integriertes Schulmanagementsystem“
   (ISY M-V) aufgenommen. Ziel ist die Integration von unterschiedlicher Software in einer landeseinheitlichen
   Schulverwaltungssoftware (Schulstundenplaner, Klassenbuch, Notenbuch, Diagnostik, Lehrerpersonalverwaltung,
   Dienststellenverwaltung, Kommunikationsmittel für Schule und Eltern).
• Die Online-Stellenbörse wurde als Karriereportal für den Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern (www.Lehrer-in-MV.de)
   neu aufgelegt. Über das Portal sind eine einfache und moderne Stellensuche sowie Bewerbungen per E-Mail an der
   Wunschschule möglich.

So wie in einer Schule in Wittenburg soll auch in Schwerin und im Rest des Landes die Digitalisierung an Schulen vorangetrieben werden
So wie in einer Schule in Wittenburg soll auch in Schwerin und im Rest des Landes die Digitalisierung an Schulen vorangetrieben werden, Foto: maxpress

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