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NVS: Schrauben für den Fahrkomfort
(23.03.2020)

Mit mehr als 3.000 Einzelteilen machen die Werkstatt-Mitarbeiter die Busse fit für die Straßen

Haselholz • Schrauben, schweißen, schleifen und mal so richtig was anpacken – das ist es doch, was Männerherzen höher schlagen lässt, so das Klischee. Kein Wunder also, dass sich die zehn Mitarbeiter in der Bus-Werkstatt des Schweriner Nahverkehrs so wohl fühlen. Während sie hier ihre Leidenschaft fürs Handwerkliche ausleben, haben sie gleichzeitig viel Verantwortung. Sie müssen gewährleisten, dass Fahrgäste sicher von A nach B kommen.

Insgesamt 40 Busse wollen regelmäßig gehegt, gepflegt und repariert werden. Das bedeutet: Alle drei Monate kommen die Fahrzeuge zur Durchsicht. Zusätzlich werden sie nach 30.000 Kilometern einer kleinen Wartung und dann alle 60.000 Kilometer einer größeren Wartung unterzogen. Werkstatt-Vorarbeiter Björn Brügmann hat gerade die Reifendruck-
Sensoren überprüft. „Lässt der Reifendruck nach, leuchtet beim Fahrer im Display eine Meldung auf. Damit dieses Hinweissignal reibungslos funktioniert, muss die Batterie des Sensors nach ein paar Jahren ausgewechselt werden“, sagt er. Dann widmet er sich der vorderen Achse. „Hier sieht man die Bremsscheibe, Bremssattel, Bremsbeläge und die Radnabe“ – die Worte kommen wie aus der Pistole geschossen. „Wenn ich etwas Auffälliges sehe, schraube ich den gesamten Bremszylinder ab und tausche die Verschleißteile aus.“
Dafür geht Björn Brügmann ins Ersatzteilelager. Mehr als 3.000 verschiedene Artikel gibt es hier – sowohl für Busse, Straßenbahnen und sonstige Fahrzeuge aber auch für die Fahrschein-Automaten. „Das ist dann wie in einem Einkaufsmarkt”, sagt Werkstattleiter Mathias Kühnel. „Der Mitarbeiter kommt her und gibt vorne seinen Materialentnahmeschein ab. Darauf ist genau vermerkt, für welchen Auftrag er welche Ersatzteile benötigt. Der Lager-Verantwortliche sucht die Ware aus den Regalen raus, scannt den Strichcode und so wird der Vorgang auch digital erfasst. So haben wir immer einen Überblick darüber, wie viele Teile in jedem Regalfach liegen und eventuell nachbestellt werden müssen.“
Seit kurzem gibt es hier auch Ersatzteile für die neuen E-Busse, die teilweise von den Dieselbussen abweichen. Auch wenn mit den neuen Fahrzeugen ein Umdenken in der Werkstatt erfolgen muss, dürften die Mitarbeiter die E-Busse weniger häufig zwischen ihre Finger bekommen. „Aufgrund des modernen, verschleißfesteren Antriebsystems ist der Wartungsaufwand geringer.“

maxprpess/Marie-Luisa Lembcke

BU1: Vorarbeiter Björn Brügmann begutachtet die Bremsen des Busses
BU2: Werkstattleiter Mathias Kühnel im Ersatzteilelager
Fotos: maxpress

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