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Organisationstalente beim Nahverkehr haben voll den Plan
(30.04.2020)

Franka Meyer und Kerstin Apelt sind für die Dienstplanung der insgesamt 159 Fahrer zuständig

Haselholz • Der Schweriner Nahverkehr gleicht einem top funktionierenden Uhrwerk. Jedes Zahnrad greift in das andere. Jede Abteilung – auch hinter den Kulissen – ist für einen reibungslosen Ablauf im Unternehmen unentbehrlich. Franka Meyer (oben) und Kerstin Apelt (unten) etwa sind für die Dienstplanung zuständig. Mit der ­hauspost-Redakteurin Marie-Luisa Lembcke sprachen sie über ihre Arbeit.

hauspost: Wie läuft die Dienstplanung ab?
Kerstin Apelt: Wir sind für die insgesamt 159 Straßenbahnfahrer, Busfahrer und die Verkehrsmeister in der Leitstelle zuständig. Vom Fahrplanbüro bekommen wir einen Monatsplan. Auf dieser Basis planen wir die Einsätze für die Fahrer. Dabei müssen wir darauf achten, dass Gesetzmäßigkeiten, wie Lenk- und Ruhezeiten, eingehalten werden. Zwischen zwei Diensten müssen zum Beispiel mindestens zwölf Stunden Ruhezeit liegen.
Franka Meyer: Auch die voraussichtlichen Krankmeldungen, Urlaubstage oder die einen oder anderen persönlichen Wünsche berücksichtigen wir.
Kerstin Apelt: Genau. Und am Ende des Monats machen wir die Stundenabrechnung, die wiederum Voraussetzung für die Lohnabrechnung ist.

hauspost: Sie sagen persönliche Wünsche. Welche zum Beispiel?
Franka Meyer: Naja, es gibt Kollegen, die fahren lieber Frühdienste. Andere fahren lieber Spätdienste. Oder manchmal fällt jemandem ein, dass er nächste Woche einen Arzttermin oder die Frau übermorgen Geburtstag hat (lacht).
Kerstin Apelt: Teilweise sind wir auch fast wie Seelsorger für die Fahrer. Sie erzählen uns von ihren Problemen. So können wir manches Verhalten besser einschätzen und darauf eingehen.

hauspost: Welche Herausforderungen bringt das mit sich?
Kerstin Apelt: Trotz Planung weiß man morgens nie, was einen erwartet. Hab ich eine Krankschreibung auf dem Tisch liegen, fällt ein Dienst aus. Das wirft den Plan natürlich über den Haufen und wir müssen einen Ersatzmann finden.
Franka Meyer: Außerdem sehen wir die Fahrer ja nicht jeden Tag. Vieles machen wir telefonisch. Das Telefon steht eigentlich nie still. Da muss man sich schon gut ­organisieren.
Kerstin Apelt: Absolut! Und wenn wir mal Luft haben, nutzen wir die Zeit für Statistikauswertungen und planen den Folgemonat schon mal vor.

hauspost: Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf Ihre Arbeit?
Kerstin Apelt: Aktuell gibt es einen Sonderfahrplan. Basis ist der Samstags-Fahrplan mit zusätzlichen Fahrten. Insgesamt sind es aber weniger Fahrten und Dienste. Deshalb können die älteren Kollegen und diejenigen, die zur Risikogruppe gehören, seit Anfang April zu Hause bleiben. Ich selbst bin nun ebenfalls beurlaubt.
Franka Meyer: Die meisten Fahrer sind gerade jetzt wirklich sehr kooperativ, entgegenkommend und haben Verständnis für die Situation. Das ist einfach toll und macht es uns einfacher bei der Planung. Ich arbeite im Homeoffice. Das funktioniert super.

hauspost: Vielen Dank für das Gespräch. 

Text/Fotos: maxpress/Marie-Luisa Lembcke

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