Aktuelle-Ausgabe

Made in Schwerin
(04.01.2019)

Wirtschaftsförderer wollen Schwung aus 2018 mit ins neue Jahr nehmen

Schwerin • Abheben mit Flugzeugsitzen, Genießen mit Kaffeekapseln oder Sicherfühlen in Flugzeugen mit Bauteilen für die Airbusproduktion, sogar das Vorhaben zum neuen Jahr, gesünder zu leben, lässt sich mit Schweriner Soja-Produkten umsetzen – weltweit hinterlässt Schwerin Spuren. Die Wirtschaftsförderung in Schwerin zieht positive Bilanz.

Ob die präzisen Mikrozahnringpumpen von HNP Mikrosysteme GmbH, die zuverlässigen mobilen Gas-Detektoren von Airsense Analytics, die schon bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien zum Einsatz kamen, oder die Kaffeekapseln des Nescafé Dolce Gusto Werkes – in den Branchen Luftfahrt, Ernährung, Medizintechnik, Kunststoffverarbeitung, Automation oder Maschinen- und Metallbau haben Schweriner Unternehmen eine Menge zu bieten.
Spürbar wächst die Wirtschaftskraft. Das zeigt sich auch an der Auslastung in den Schweriner Gewerbegebieten. „2018 war wieder ein sehr gutes Jahr. Die Ansiedlungen der vergangenen Monate zeigen, dass die Stadt ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist. Jede Neuansiedlung und jede Erweiterung belebt den Standort und schafft neue Jobs “, schätzt Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum die Situation ein.
Der Industriepark Schwerin ist mit 350 Hektar das größte Industrie- und Gewerbegebiet der Stadt. Mitte des vergangenen Jahres startete ein weiteres Unternehmen, der Feinblechhersteller BVS Systemtechnik GmbH, mit der Produktion. Um den wichtigen Kunden ZIM Flugsitz auch weiterhin gut beliefern zu können, entschieden sich die Eigentümer von BVS für einen neuen Produktionsstandort in unmittelbarer Nachbarschaft. Ebenfalls im Industriepark baut das Schweizer Medizintechnikunternehmen ­Ypsomed ein modernes Werk für 82 Millionen Euro. 150 Arbeitsplätze sollen in den kommenden fünf Jahren hier entstehen. „Wir konnten uns mit dem Industriepark gegen Standorte in der Schweiz und in Tschechien durchsetzen. Ganz wichtig war für uns die Ansiedlung des ­Nestlé Werkes im Jahr 2014. Mit dieser Ankeransiedlung gewinnen wir jedes Jahr neue Unternehmen“, resümiert Bernd Nottebaum stolz. Im Industriepark Schwerin produziert auch der größte Drehteilehersteller des Landes, die PTS-Precision GmbH. Mit über 60 High-Tech-CNC-Maschinen werden im PTS-Werk Tag für Tag rund 300.000 hochpräzise Langdrehteile und Getriebekomponenten gefertigt. 2018 hat auch das Technologie- und Gewerbezentrum einen Sprung gemacht. Mit Human Med, Leukhardt Schaltanlagen und Systemtechnik sowie MEKOFE haben die ersten drei Unternehmen im neu erschlossenen sieben Hektar großen Technologiepark an der Mettenheimer Straße neu gebaut.
Auch im Gewerbegebiet „Babenkoppel“ an der Rudolf-Diesel-Straße errichtete die Spedition ­Matthiessen eine moderne Truck-Waschanlage. Gleich daneben entstand eine Großgaragenanlage. In diesem Jahr sollen die Arbeiten für eine neue Kfz-Markenniederlassung beginnen. „Es bieten sich mit diesen Unternehmen und Entwicklungen inzwischen auch gute Voraussetzungen, um jungen Menschen interessante Ausbildungen und Arbeitsplätze und damit eine Perspektive in Schwerin zu bieten“, sagt Bernd Nottebaum. „Wir werden natürlich alles dafür tun, die positive Entwicklung mit in das neue Jahr zu nehmen.“ 

Foto 1: Stippvisite bei der Hildebrandt GmbH im Industriegebiet Sacktannen: Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum im Gespräch mit den Geschäftsführern des international aufgestellten Kabeltrommelproduzenten Sabine von Köppen und Mathias Lohraff


Industriepark Schwerin
Mit 350 Hektar zählt der Industriepark Schwerin zu den Großgewerbestandorten des Landes MV. Für Ansiedlungen stehen Gewerbegrundstücke ab zwei Hektar bereit. Über 200 Hektar freie Industriefläche können noch belegt werden. In den vergangenen Jahren hat der Industriepark eine dynamische Entwicklung vollzogen. Acht Neuansiedlungen konnten zwischen 2012 und 2016 realisiert werden. Inzwischen zählt der Industriepark Schwerin zu den modernsten Gewerbegebieten der Stadt. Neun Unternehmen sind vor Ort mit rund 1.000 Beschäftigten tätig, Tendenz steigend.
Im September 2014 eröffnete der Global Player der Nahrungsmittelbranche Nestlé im Industriepark das größte und modernste Nescafé Dolce Gusto Kaffeekapselwerk in Europa. Danach konnten Jahr für Jahr Investoren gewonnen werden, in Schwerin neue Produktionsstandorte aufzubauen. Die Luftfahrtzulieferer FLAMMAEROTEC GmbH und ZIM Flugsitz GmbH sind hier ansässig. Im Industriepark werden auch Kunststoffverschlüsse bei United Caps und Granulate bei der FVH Folienveredelung produziert. Derzeit im Bau ist das neue Werk des Schweizer Medizintechnikunternehmens Ypsomed AG. Im neuen Werk wird im Frühjahr 2019 die Produktion aufgenommen.

Foto 2: Flugzeugsitze von ZIM kommen aus Schwerin


Gewerbegebiet Am Fährweg
Das Gewerbegebiet „Am Fährweg“ erfreut sich wachsender Beliebtheit. Verkehrsgünstig im Süden direkt am Ortseingang an der B 321 und dem Autobahnzubringer zur A24 gelegen, haben sich hier vor allem kleinere und mittlere Unternehmen etabliert. Zahlreiche Logistikunternehmen sind hier tätig. Das Gewerbegebiet bietet mehr als 30 Hektar Gewerbefläche und wird von der Otto-Hahn-, Alexander-Behm-, Robert-Bunsen-Straße und dem Heinrich-Hertz-Ring erschlossen.
Hier produziert auch das Unternehmen Mona Sojaland – Spezialist für Milchersatzgetränke auf Basis von Soja, Reis und Hafer. Ein Bauschild verweist darauf, dass an der Otto-Hahn-Straße ein neues Logistikzentrum entsteht. Erweitert haben auch die Spedition Kruse und das Kunststoff-
unternehmen Germaat Polymer. Im Gewerbegebiet sind noch freie, voll erschlossene Gewerbeflächen verfügbar.

Foto 3: Auf pflanzlicher Basis: Mona Sojaland


Industriegebiet Sacktannen
In Sacktannen sind wichtige produzierende Unternehmen angesiedelt. 15 Firmen mit über 1.000 Arbeitsplätzen in den Branchen Kabelproduktion, Kunststoffverarbeitung, Produktion von Kabeltrommeln, Werkzeugbau, Spedition, Logistik, Fördertechnik und Dienstleistungen, teilweise mit langer Tradition, sind von hier aus national und international tätig. Das benachbarte Gewerbegebiet Wittenförden ergänzt den Standort. Allein das Gelände in Sacktannen umfasst 47 Hektar Baufläche. 2007 wurde mit Unterstützung der Stadt und angesiedelten Unternehmen der südöstliche Teil mit 2,5 Millionen Euro infrastrukturell aufgewertet.
Auf kurzem Weg zur Autobahn sowie über den Hafen in Wismar verlassen täglich Produkte den Standort und werden in alle Teile der Welt geliefert. Eine der ältesten Firmen ist die 150 Jahre alte August Hildebrandt GmbH. Auch Schoeller Allibert, GreenLife, Prysmian Kabel und Systeme GmbH oder S.E.S. Werkzeugbau agieren von hier aus.

Foto 4: Kunststoffprodukte: Schoeller-Allibert


Gewerbegebiet Görries
Das etwa 100 Hektar große Gewerbegebiet in Schwerin-Görries gehört zu den wichtigsten Bestandsgewerbegebieten. Insbesondere die Stadtnähe und damit die Anbindung an Straßen und Schienennetze macht das Areal für Unternehmen interessant. Über die Umgehungsstraße können schwere Transporte gut zuliefern und abtransportieren. Über 150 Firmen mit bis zu 1.500 Arbeitsplätzen sind hier angesiedelt. Besonders ist dabei im Vergleich zu anderen Gewerbegebieten der Branchenmix aus Dienstleistern, Großhandel, KFZ-Gewerbe, Einzelhandel, Büroflächen und Freizeitangeboten. Das Gewerbegebiet ist erweiterbar und bietet im nördlichen Bereich zu den alten Hangars und der Zeppelinstraße bis zu acht Hektar Erweiterungspotenzial. Allerdings ist bei den Planungen durch die Stadt immer die bestehende Kampfmittelbelastung ein Schwerpunkt, um Bauvorhaben zu realisieren.

Foto 5: Großhändler: Jacob Cement


Technologie- und Gewerbezentrum
Das TGZ wurde 1990 durch eine Vereinsgründung realisiert. 40 Unternehmen mit knapp 600 Beschäftigten sind zwischen Hagenower Straße und Ludwigsluster Chaussee angesiedelt. Insbesondere technologieorientierte und innovative Unternehmen nutzen die Fördermöglichkeiten. So gehören Medizintechnik, Softwareentwicklung, Informations- und Kommunikationstechnik, Umwelt- und Analysetechnik oder auch Sensortechnik zum Branchenmix. Über das TGZ bekommen sowohl junge, als auch erfahrene Unternehmen Unterstützung, wenn es um Gründungen, Patentinformationen, Finanzierungen oder Bereitstellung von zusätzlichem Bauland für Erweiterungen im benachbarten sieben Hektar großen Technologie- und Forschungspark geht. 2016 wurde dieser Bereich mit einem zweiten Bauabschnitt erweitert. International agierende Unternehmen wie Human Med AG oder Trebing & Himstedt sind hier angesiedelt.

Foto 6: Medizintechnik: Human Med AG


Gewerbegebiet Babenkoppel
Die Gewerbegebiete Babenkoppel I und II im Süden der Landeshauptstadt an der B 321 erstrecken sich auf einer Fläche von 46 Hektar. Sie sind in zwei Bauabschnitte geteilt. 80 Unternehmen sind hier ansässig mit 1.070 Beschäftigten. Insbesondere die gute Verkehrs­anbindung macht den Standort so interessant. In den vergangenen Jahren hat sich das Areal stetig entwickelt.
2018 eröffnete Torsten Beth seine neue Betriebsstätte zur Vermietung von ­Hubgeräten und der Montage von Sonnenschutz und Balkonen. Auch die Erweiterungsbauarbeiten bei ­Dummer Arbeitsbühnen haben begonnen. Die überregional agierende Spedition ­Matthiessen hat 1,5 Millionen Euro in eine Erweiterung investiert. Dazu gehört auch eine moderne Truck-Wash-Anlage. Im Gewerbegebiet Babenkoppel sind innovative Unternehmen wie LEITEK Informations- und Automatisierungstechnik GmbH, SABIK Offshore GmbH, RÄBER Elektrotechnik GmbH & Co. KG oder der Produzent von Linearrobotern, die KraussMaffei Automation GmbH, zu finden.

Foto 7: Moderne Truckwaschanlage: Spedition Matthiessen
Fotos: maxpress


kh/hh

Zurück