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Kleine Ursache – Große Wirkung
(28.06.2019)

Mit Blick auf die Sicherheit richtet das ZGM ein besonderes Augenmerk auf Materialauswahl und Budget

Schwerin • Wenn in Schulen ein Brand entsteht, muss schnell gehandelt werden. Nach dem Löschen ist die Ursachenforschung sehr wichtig. In dem Fall der Bertold-Brecht-Gesamtschule waren es brennende Kunststoffbehälter. Eine dauerhafte Alternativlösung wurde ­gefunden.

In der Landeshauptstadt Schwerin werden vom ZGM mehr als 1.000 Stück Papierbehälter für Handtücher und Toilettenpapier bereitgestellt, befüllt und kontrolliert. Es kommt vor, dass diese Behälter nicht immer pfleglich behandelt werden. So ist es in zwei Schweriner Schulen dazu gekommen, dass die Papierspender angezündet wurden. Diese bestanden seinerzeit alle aus Kunststoff. Es kam zu einer enormen Rauchentwicklung, die den gesamten Sanitärbereich in diesen Schulen nicht mehr nutzbar machte. Die gute Nachricht ist: es gab keine Verletzten, obwohl der Rauch über die Flure bis in die Klassenzimmer zog. Noch während der Sanierungsarbeiten hat das ZGM zusammen mit dem Fachdienst Feuerwehr der Landeshauptstadt Schwerin in einem Realbrandversuch getestet, welches Material sich langfristig eignet. Mit einer Raumvolumenberechnung fing der Test an. Der ist wichtig, um einen Testpavillon in genau derselben Größe der entsprechenden Sanitäranlage aufzubauen. Dann wurden zwei handelsübliche Kunststoff-Papierspender nebeneinander angezündet – alles unter den prüfenden Augen der Feuerwehrleute. Nach vier bis sechs Minuten war alles komplett verraucht. Nun gibt es mehrere Alternativmöglichkeiten, um solch ein weiteres Unglück zu verhindern. Das ZGM hat sich für die Anschaffung von nicht brennbaren Papierspendern in gefährdeten Bereichen entschieden. Dazu forschte das ZGM in den von ihr betreuten Gebäuden nach Verhaltensmustern der Nutzer. Im Ergebnis waren es 100 Spender, die ausgewechselt werden mussten. Diese bestehen jetzt aus Edelstahl.

Brandschutz an den Schweriner Schulen
Für jede Schule der Landeshauptstadt gibt es eine sogenannte Brandschau. Hier gehen die Fachleute der Feuerwehr und des ZGM durch die Gebäude und sehen sich an, was vorbeugend für den Fall eines ausbrechenden Feuers noch getan werden muss. Danach gilt es, zu handeln. Der Fachbereich Bauunterhaltung des ZGM hat aus diesem Grund in den vergangenen Jahren an vielen Gebäuden gründlich nachgerüstet. In der Friedensschule war eine zweite Fluchttreppe erforderlich, damit die Kinder im Brandfall schnell und sicher die Schule verlassen können. Für den City-Hort wählte das ZGM die Varian­te einer Edelstahlröhre für den Weg nach draußen. Auch in diesem Jahr sind viele Maßnahmen geplant. Für das Sportgymnasium und die Siemensschule sind sogenannte Rettungsbalkone mit Fluchttreppen vorgesehen, die von außen an den Stellen des Gebäudes angebaut werden, wo ein zweiter Fluchtweg noch nicht vorhanden ist.

BU: Hausmeister Frank Lustig und Vera Arndt, Schulleiterin der Brecht-Schule, vor einem der nicht brennbaren Behälter, Fotos: ZGM, privat

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