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Infektionsschutz ist das oberste Ziel aller Mitarbeiter
(27.04.2020)

Frank-Holger Blümel, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer im Netzwerk für Menschen: „Eine schwere Zeit, die allen viel abverlangt”

Schwerin • „Ich bin jeden Tag sehr stolz auf all unsere Mitarbeiter. Sie ziehen alle an einem Strang, lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und gehen mit großer Verantwortung ihrer Arbeit nach. Das ist es, was uns am besten durch diese schwierige Zeit bringt“, fasst Frank-Holger Blümel, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer im Netzwerk für Menschen die aktuelle Lage zusammen.

Die Situation in den Einrichtungen des Netzwerks für Menschen ist derzeit sehr unterschiedlich. Während in den Pflegeheimen die Welt ein bisschen still zu stehen scheint, keine Besucher mehr erlaubt sind und möglichst Abstand voneinander zu halten ist, tobt in den Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe das Leben. Kein Kind ist mehr in der Schule, die Kindergärten sind geschlossen und die Tage drehen sich nur noch um Schulaufgaben und kreative Ideen, wie sich die Kinder die Zeit vertreiben können. „Natürlich sind die Anforderungen an unsere Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen sehr unterschiedlich. Es zeigt sich aber überall die hohe Fachlichkeit unserer Mitarbeiter, die versuchen aus allen Situationen das Beste herauszuholen“, so Frank-Holger Blümel. So werden im einen Pflegeheim die ersten Blumenkränze des Frühlings geflochten, die Kinder und Jugendlichen haben die Gummi-Hopse für sich wiederentdeckt und wieder andere versuchen den Bewohnern auf dem Balkon auch noch den letzten Sonnenstrahl zu ermöglichen.
„Ich möchte aber auch den Angehörigen meinen großen Dank aussprechen. Sie zeigen viel Verständnis für die strengen Besuchsverbote und wir bekommen viel Zuspruch für unseren Umgang mit der Situation. Aber natürlich fällt es allen sehr schwer, ihre Verwandten nur durch die Fensterscheibe oder auf den Balkon hinauf grüßen zu können.“ Tatsächlich werden die Angehörigen sogar richtig kreativ: Viele bringen kleine Geschenkpäckchen an die Pforten der Einrichtungen oder liebevoll selbstgepflückte Blumensträuße. Andere schreiben Dankesbriefe an die Mitarbeiter, schicken Torten für die gesamte Belegschaft oder nähen in Heimarbeit Mundschutze für die Mitarbeiter. „Der Zusammenhalt wächst. Das merken wir ganz deutlich. Jeder überlegt, wie er dem anderen helfen kann. Das ist wirklich schön zu sehen.“
Wie diese Zeit der Ungewissheit weitergeht, weiß derzeit niemand – nur, dass sie für die Einrichtungen der Altenhilfe noch lange andauern wird. „Wir befinden uns erst am Anfang. Die Menschen in unseren Pflegeheimen sind besonders gefährdet, bei einer Infektion einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln. Wenn jetzt das öffentliche Leben wieder anläuft, werden auch die Infektionszahlen steigen. Für uns bedeutet das, noch achtsamer zu sein und die Menschen in unseren Einrichtungen so gut es geht, vor einer möglichen Ansteckung zu schützen“, beschreibt Frank-Holger Blümel die kommenden Monate. „Das ist keine leichte Aufgabe und eine große Verantwortung für all unsere Mitarbeiter. Aber ich weiß, dass wir das schaffen können. Wir sind auf den Ernstfall gut vorbereitet und unsere Mitarbeiter geben ihr Bestes. Dafür danke ich ihnen von ganzem Herzen.“ 

Zahlen sagen mehr als Worte
Jeden Tag gibt es neue Zahlen mit Bezug auf die derzeitige Corona-Pandemie – in den Nachrichten, in den Sozialen Medien, im Gespräch mit Freunden und Verwandten. Welche davon am Ende wirklich stimmen, lässt sich nicht immer sagen. Um dem Zahlen-Wirrwarr etwas entgegenzusetzen, sind hier die wirklich relevanten Zahlen aufgelistet. Alle beziehen sich auf das Netzwerk für Menschen, das sich aus dem Augustenstift zu Schwerin, der SOZIUS gGmbH und der ASG mbH ­zusammensetzt.

Zahl der Menschen, die in den Einrichtungen des Netzwerks für Menschen täglich versorgt werden • 1.040
– davon im Bereich der Pflege • 960
– davon in den Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe • 90
 
Mitarbeiter im gesamten Netzwerk für Menschen • 850
– davon in den Einrichtungen der Altenhilfe tätig (Pflegepersonal, Mitarbeiter in Küche, Service und Unterhaltsreinigung, Hausmeister) • 738
– davon in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe tätig (Erzieher, Sozialpädagogen) • 59
– davon in der Verwaltung und Unterstützungsbereichen tätig • 53
 
Sitzungen des internen Krisenstabs in den ersten sechs Wochen der Corona-Pandemie • 23
– davon ungeplante Sitzungen• 2

Anstieg des Verbrauchs an Hände­desinfektionsmittel im Vergleich zu Januar 2020, in Prozent • 15
 
Zahl der Bewohner in den Einrichtungen der Altenhilfe, die aufgrund eines Verdachts auf Covid-19 getestet wurden • 4
– davon positiv getestet • 0

Sozius/Franziska Hain

Wie hier im SOZIUS Haus „Weststadt“ werden alle Einrichtungen der Altenhilfe noch viele Wochen und vielleicht sogar Monate für Besucher geschlossen bleiben. Eine schwere Zeit, die allen viel abverlangt
Wie hier im SOZIUS Haus „Weststadt“ werden alle Einrichtungen der Altenhilfe noch viele Wochen und vielleicht sogar Monate für Besucher geschlossen bleiben. Eine schwere Zeit, die allen viel abverlangt, Foto: Sozius/Franziska Hain

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