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Hohle Nuss: Hungrigen Eichhörnchen helfen
(08.02.2019)

Heißer, trockener Sommer hat Nachwirkungen für die kleinen Nager

Eichhörnchen sind besonders im Herbst und Winter gut zu beobachten. Während das dichte Laub die leuchten rot-orangenen Nager im Sommer gut vor neugieren Blicken schützt, sind sie beim flinken Klettern auf kahlen Bäumen in der dunklen Jahreszeit gut zu sehen. Doch gerade in diesem Winter sind einige der niedlichen Tiere vom Hungerstod bedroht. Schuld ist der lange, sehr warme und trockene Sommer. Während sich viele über das Bilderbuchwetter freuten, bedeutete die lange Trockenzeit sowohl für Landwirte, als auch für viele Pflanzen und Tiere eine Gefahr. Für Eichhörnchen insbesondere deshalb, weil viele Nussbäume und –sträucher dadurch weniger oder zum Teil hohle Nüsse ausgebildet haben.

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf. Sie verlassen auch bei eisigen Temperaturen ihr Nest – den Kobel – um Futter zu suchen. Um die karge Winterzeit zu überstehen, begeben sich die fleißigen Tiere schon Ende Sommer und im Herbst auf die Suche nach Nüssen und anderen Leckereien. Ihre Vorräte vergraben sie und holen sie schließlich im Winter wieder hervor. Durch die magere Ausbeute des langen Sommers kann es nun aber vorkommen, dass die hungrigen Eichhörnchen hohle Nüsse ausgraben. Zudem kommt es vor, dass die gelegentlich etwas chaotischen Tiere vergessen, wo sie ihren Wintervorrat vergraben haben. Dadurch leiden viele Eichhörnchen im Winter Hunger – in diesem Jahr umso mehr. Wer den Tierchen helfen will, kann dies mit kleinen Futterstellen im Garten, Park oder im Wäldchen um die Ecke tun. Am besten eignen sich für die Fütterung von Eichhörnchen kleine Futterhäuschen. Diese sind bereits fertig im Handel erhältlich oder können schnell selbst gebaut werden.

Die Futterhäuschen sollten aus einer kleinen Holzkiste mit Plexiglasfenster und Klappdeckel bestehen. So können die Eichhörnchen einen Blick aufs Nuss-Angebot werfen und sich Nuss für Nuss selbst bedienen, ohne dass ein hungriges Vögelchen ihnen zuvor kommt. Idealer Weise sollten Futterhäuschen recht hoch an einem Baum und möglichst geschützt vor Regen und Schnee angebracht werden. So können die Eichhörnchen in Ruhe essen, ohne zu sehr in der Reichweite ihrer Fressfeinde wie Katzen oder Mardern aufhalten zu müssen. Angeboten werden können geschälte und ungeschälte Nüsse aller Art (außer Mandeln – die enthaltene Blausäure ist für die Nager giftig), Samen, Hagebutten, Tannen- und Kiefernzapfen. Obst und Gemüse gehören nicht in das Futterhaus, weil sie für Schimmel sorgen können. Grundsätzlich sollte das Futter regelmäßig gewechselt und das Häuschen gereinigt werden, um das Übertragen von Krankheiten zu vermeiden.

Wer in der Winterzeit ein geschwächtes oder noch sehr junges Tier am Boden findet, sollte es nicht sofort aufsammeln und mitnehmen. Ein Telefonat beim Tierschutzverein bringt in solchen Fällen Aufschluss über die richtige Vorgehensweise.

Viele Nüsse, die Eichhörnchen im Sommer und Herbst vergraben haben, sind durch die Hitze und Trockenheit hohl
Viele Nüsse, die Eichhörnchen im Sommer und Herbst vergraben haben, sind durch die Hitze und Trockenheit hohl. Foto: Pixabay

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