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Freiraum für Innovation
(01.11.2019)

LEiTEK verbessert Datenfluss und Produktionsabläufe in der Industrie

Göhrener Tannen • „Made in Germany wurde von Ingenieuren ermöglicht“, sagt der Unternehmer Hartmut Behncke. Er bedauert daher, dass Naturwissenschaften immer geringeren Stellenwert in der Schule haben. Seine Firma LEiTEK verbessert die industrielle Fertigung bei Kunden in aller Welt. Sie macht Maschinen intelligenter und sorgt dafür, dass Arbeitsschritte automatisch und aufeinander abgestimmt erfolgen.

LEiTEK analysiert die Produktionsprozesse des Kunden und erarbeitet ganzheitliche Verbesserungsvorschläge. Auf Grund von Optimierungskriterien, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und Energieeinsparungen, entstehen daraus Konzepte für Hard- und Software. Sie vereinigen einen durchgängigen Datenfluss zwischen der Betriebsleitebene (wie SAP) und der Produktionsebene (zum Beispiel Auftragsdaten, Qualitätsdaten, Energieverbrauchsdaten). Die gewünschte Lösung setzen die 26 Mitarbeiter selber um, installieren die neue Steuerungstechnik im Automatisierungs- und IT-Bereich, nehmen die Software in Betrieb und schulen die Kunden im Umgang damit. „Für den Kunden entfallen durch die neuen Steuerungen unnötige, teils händische, Zwischenschritte“, meint Hartmut Behncke.
Die Qualität der Arbeit hat sich herumgesprochen. Kunden kommen etwa aus Polen, Skandinavien, England, Tschechien und Russland. Sie sind in unterschiedlichen Branchen tätig –  von der Kosmetikindustrie über den Schiffsbau bis hin zur Milchverarbeitung. „Der Ausrüstungsstand ist ganz verschieden. Deshalb gibt es bei uns keine Lösungen von der Stange.” Für ein Unternehmen, das bis dahin per Hand Flüssigkeiten verschiedener Dichten und Temperaturen mischte, stellte die LEiTEK auf automatischen Betrieb um. Zudem wurden an denselben Stellen zu Kontrollzwecken zusätzliche Prüfsensoriken auf Wiegebasis implementiert. Für die Firma Linde, einen der Hauptkunden, entwickelte LEiTEK ein automatisches Verlade- und Analysesystem.
Dafür braucht Hartmut Behncke hervorragende Fachkräfte. Diese zu finden, wird immer schwieriger. „Klar würde ich einen Ingenieursstudiengang in Schwerin begrüßen“, meint der in der IHK engagierte Unternehmer. Aber die Behebung des Fachkräftemangels müsse schon vorher anfangen. „Die Naturwissenschaften haben im Schul-Lehrplan an Gewicht verloren“, bedauert er. Und beim immer beliebteren Bachelor-Studium werde „die Fähigkeit, Probleme zu lösen, nicht vermittelt“, kritisiert Hartmut Behncke. Sein Betrieb bildet auch aus.
Er studierte selber technische Kybernetik und Maschinenbau. Als der überzeugte Schweriner 2000 ein eigenes Unternehmen gründete, stand für ihn fest, es in der Heimatstadt anzusiedeln. Zuvor hatte er in Hamburg gearbeitet. Für Technik begeisterte er sich von Kindesbeinen an. Sein Vater war ebenfalls Ingenieur und arbeitete beim legendären Metallflugzeugbauer Heinkel in Rostock. Hartmut Behncke hat sich bis heute die Neugier und Begeisterung für neue Technologie bewahrt. Der nächste Schritt ist Industrie 4.0, die internetbasiert-digitalisierte Produktion.  Zudem arbeitet Hartmut Behncke gerade an der Einbindung von Robotern in die Arbeitsprozesse. „Wer sich nur auf die laufenden Projekte konzentriert, der stagniert“, meint er. Daher lässt er auch seinen Mitarbeitern Freiraum für neue Ideen. „Wenn jemand ein neues Geschäftsfeld aufmachen will, bin ich offen dafür“, meint Hartmut Behncke.
Allerdings kennt Hartmut Behncke nicht nur die Arbeit. In seiner Freizeit treibt er Sport oder entspannt sich bei der Gartenarbeit und auf einem Segelboot.

BU1: Hartmut Behncke, Geschäftsführer von LEiTEK
BU2: Hardware-Planer Patrick Engel überprüft eine Schaltanlage, Fotos: LEITEK, maxpress

Text: Florian Daniel Maaß

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