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NVS: Elektrobusse bald auch in Schwerin?
(27.01.2019)

Mit Testphase im Januar kommt der NVS seinem Traum wieder ein Stück näher

Schwerin • Bis zum Jahr 2050 will Schwerin die CO2-Emissionen auf Null senken und CO2-neutral werden. Der NVS geht mit gutem Beispiel voran und plant mit dem Ziel „Sauberer ÖPNV” (­öffentlicher Personennahverkehr) die Einführung von elektrisch betriebenen Bussen. Im Januar wurde die Nutzung eines solchen E-Busses bereits im realitäts-
nahen Alltagsbetrieb getestet.

„E-Bus heißt, dass der Vortrieb und idealerweise alle anderen Systeme des Busses, wie Heizung oder Klimaanlage, über elektrische Energie betrieben werden”, erklärt Werkstattleiter Mathias Kühnel. „Um diese Energie zu speichern, ähnlich wie Dieselkraftstoff im Tank, gibt es verschiedene Lösungsansätze – etwa über einen Stecker oder Strom-
abnehmer direkt in einer Batterie oder die permanente Ladung über einen Fahrdraht.“ Beim NVS wird aber die Variante der Zwischenladung auf der Strecke favorisiert. Der getestete E-Bus, ein VDL-Citea, verfügt zwar über eine recht kleine Batterie mit einer Reichweite von „nur 80 km“, doch spart diese Gewicht, was sich somit positiv auf die Energiebilanz auswirkt. Zudem kommt es der Fahrgastkapazität zugute. „An Haltestellen oder Endpunkten könnte man den Bus dann zwischendurch laden, was sehr schnell geht. Mit dieser Ladestrategie kann man theoretisch Reichweiten von über 300 km am Tag erreichen, so wie es unsere aktuellen Busse mit Verbrennungsmotor auch tun.“
Um diese Theorie in der Praxis zu testen, stand der E-Bus den Fahrgästen im Januar auf verschiedenen Linien für Probefahrten zur Verfügung. Gerade die kalten Monate würden sich gut für so einen Test eignen, da die Batterien den tiefen Temperaturen ausgesetzt sind, aber auch die Heizung ihre Arbeit ordentlich verrichten muss.
Mit dem simplen Austausch der Busse ist es also nicht getan. „Man kauft ein komplett neues System, dem ein Umdenken folgen muss. Das bedeutet, dass durch dieses Projekt nicht nur im Bereich Technik, Werkstätten und Infrastruktur weitreichende Anpassungen vollzogen werden müssen, sondern auch eine andere Herangehensweise bei der Planung und Erstellung von Fahrzeugumläufen sowie bei der Arbeit und den Aufgaben der Leitstelle. Die Mitarbeiter müssen entsprechend geschult werden“, so der Werkstattleiter.
Aktuell hat der NVS beim Land einen Fördermittelantrag für acht E-Busse gestellt. Bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme würde es dann nochmal anderthalb Jahre dauern und bis zum Jahr 2026 könnte die komplette Bus-Flotte auf alternative Antriebe umgestellt werden. Es bleibt also spannend.

Werkstattleiter Mathias Kühnel und der getestete E-Bus VDL-Citea
Werkstattleiter Mathias Kühnel und der getestete E-Bus VDL-Citea. Foto: maxpress

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