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Der Kreislauf soll sich schließen
(02.08.2019)

Planungen für die nächste Phase des Geothermie-Vorhabens der Stadtwerke laufen

Lankow • Auf dem Gelände am Heizkraftwerk Lankow herrscht seit geraumer Zeit wieder Ruhe. Die Arbeiten an der Förderbohrung für das Geothermie-Vorhaben der Stadtwerke Schwerin sind abgeschlossen. Derzeit sind die Injektionsbohrung und weitere bauliche Anlagen in Planung.

Im umweltfreundlichen Erdwärme-Kreislauf wird mehr als 50 Grad warmes Wasser aus circa 1.200 Metern Tiefe an die Oberfläche befördert und für die Erwärmung des Fernwärmewassers für die Schweriner Haushalte genutzt. Anschließend muss die abgekühlte Sole wieder zurück in die Erdschichten gelangen, aus der sie stammt. Deshalb laufen nun die Planungen zur Errichtung der Injektionsbohrung, die am Sportpark Lankow stattfinden soll. Auch hier durchbricht ein diamantbesetzter Bohrkopf das Erdreich bis auf eine Tiefe von mehr als 1.000 Metern. Durch diese Bohrung wird schließlich das Erdwasser zurück in die Gesteinsschichten verpresst. Dieser Kreislauf macht die Geothermie zu einer besonders umweltschonenden und stabilen Energiequelle – immerhin wird alles, was den Erdschichten entnommen wird auch wieder zurückgegeben. Außerdem steht die Erdwärme das ganze Jahr über unbegrenzt zur Verfügung.
Alle Abläufe dieses Kreislaufes steuert zukünftig eine Geothermiezentrale. Wenn alle Bohrungen sowie die Verbindungsleitung fertiggestellt sind, entsteht die Zentrale ebenfalls auf dem Gelände des Heizkraftwerks in Lankow und bildet dort das Herzstück der gesamten Tiefengeothermie in Schwerin.
Derzeit laufen die Ausschreibungen und Genehmigungsverfahren für die Injektionsbohrung und die Geothermiezentrale auf Hochtouren. Die Stadtwerke Schwerin rechnen damit, im vierten Quartal des Jahres ihr Projekt fortsetzen zu können.
Das Unternehmen ist sehr zufrieden mit dem positiven Verlauf. Vor allem die erstaunlichen Ergebnisse der Bohrkernuntersuchung, die besser ausfielen als jede Prognose, sorgten für Freude. „Das geplante Geothermie-Vorhaben symbolisiert auch die Ziele unseres Unternehmens, in Zukunft immer weniger auf fossile Energieträger angewiesen zu sein und sich von den Preis­entwicklungen des Gasmarktes unabhängiger zu machen”, erklärt Geschäftsführer Josef Wolf.

Text: Nele Reiber

Darstellung eines Bohrturms
Darstellung eines Bohrturms, Grafik: maxpress

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