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Dem Einbruch der Weltwirtschaft begegnen
(30.04.2020)

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin berät zur persönlichen Anlagestrategie in Krisenzeiten

Schwerin • Noch vor wenigen Wochen hatten viele den Eindruck, der Corona-Virus würde nur in Asien eine Rolle spielen. Der Dax (Deutscher Aktienindex) hangelte sich auf sein Allzeithoch und nichts schien ihn bremsen zu können. Doch mit Zunahme der Infektionen in Europa wurde aus einem weltweiten Aufschwung innerhalb weniger Tage eine Blitzrezession.

Kein anderes Ereignis in der modernen Wirtschaftsgeschichte hat zu Friedenszeiten den Konjunkturausblick für die gesamte Weltwirtschaft in so kurzer Zeit komplett gedreht. An den Aktienmärkten kam es zu Kursverlusten von 30 Prozent und mehr. Die Auswirkungen auf Wertpapieranlagen sind unübersehbar. Anleger interessiert in solchen Zeiten, was sie nun tun sollen – verkaufen, abwarten, kaufen oder umschichten? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Sabine Wilck, Beraterin in der Filiale Pampow.

hauspost: Was raten Sie Anlegern in der aktuellen Situation? Sollten sie Aktien jetzt lieber verkaufen?
Sabine Wilck: Bisher sind Pandemien nur etwa alle 60 Jahre aufgetreten. Sich darauf einzustellen, ist extrem schwierig. Grundsätzlich rate ich meinen Kunden, zunächst einmal die Ruhe zu bewahren. Wer seine Anlagen langfristig aufgestellt hat, sollte nicht vorschnell verkaufen. Das ist sicher nicht immer einfach, wenn man sein Depot vor Augen hat. Ein Blick in die Vergangenheit kann dabei jedoch hilfreich sein. Hier zeigt sich, dass jeder Krise immer auch eine Erholung folgte. Über die Zeit werden Verluste wieder ausgeglichen. Nur – wieviel Zeit dafür benötigt wird, kann niemand vorhersagen.

hauspost: Wie sieht es dann damit aus, die niedrigen Kurse zum Kauf zu nutzen?
Sabine Wilck: Starke Kursrückgänge sind mit langfristigem Blick bisher eine gute Gelegenheit für den Einstieg gewesen. Da wir den günstigsten Zeitpunkt nicht kennen, sollten Anleger dafür geplant vorgehen und schrittweise investieren. Wenn es dann an der Börse noch einmal runtergehen sollte, werden auch niedrigere Kaufkurse genutzt. Das funktioniert am besten mit regelmäßigen Sparplänen.

hauspost: Sollten Interessierte mit den Anlagen vielleicht besser warten, bis die Zinsen wieder steigen?
Sabine Wilck: Die Zinsen bleiben weiterhin verschwunden – durch die Corona-Krise erst recht. Die Notenbanken haben gerade das Zinsniveau noch weiter gesenkt und damit noch fester verankert. Die Verschuldung von Staaten steigt an, daher muss die Geldpolitik das Zinsniveau niedrig halten. Ein Hoffen auf höhere Zinsen für die Sparbücher ist damit unrealistisch. Für den langfristigen Sparer ist das deshalb weiterhin keine attraktive Alternative. Sinnvoll ist jetzt – genauso wie schon vor der Krise – Sparpläne anstelle des Sparkontos lieber zu Gunsten zum Beispiel eines geeigneten Aktienfonds anzulegen. Welche das sein können, finden Anleger am besten in einem persönlichen Gespräch mit ihrem Berater heraus.

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin


BU2: Sabine Wilck, Beraterin in der Sparkassen-Filiale Pampow
Foto: SPK
Grafik: Deka

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