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Chefsache: Kabeltrommeln aus Schwerin erobern die Welt
(04.01.2019)

Teamarbeit und Qualität sind wichtigste Voraussetzungen für den Erfolg

Schwerin • Vor 150 Jahren gründete der Zimmermann August Hildebrandt in Hagenow sein Baugeschäft mit Sägewerk und Holzhandlung. Seit 1997 hat das Familienunternehmen seinen Sitz in Schwerin-Sacktannen. 200 Mitarbeiter erwirtschaften weltweit an neun Standorten einen Umsatz von 50 Millionen Euro. Nun führen Bruder und Schwester das Unternehmen von Schwerin aus in fünfter Generation.

In vielen Wirtschaftszweigen werden täglich jede Menge Kabel in verschiedenen Ausführungen benötigt. Für deren Transport liefert die August Hildebrandt GmbH maßgefertigte Kabeltrommeln. Gabelstapler verladen und stapeln emsig und in den Produktionshallen arbeiten Mitarbeiter an modernsten Fertigungslinien für Kunden in aller Herren Länder. „Besonders stolz sind wir heute darauf, dass unser Unternehmen im internationalen Wettbewerb als gleichberechtigter Partner angesehen wird“, sagt Geschäftsführerin Sabine von Köppen voller Stolz. Sie ist mit den Kabeltrommeln groß geworden.
Die studierte Juristin ist so nach und nach in die Firma hineingewachsen. Ihr Bruder Mathias Lohraff hat den traditionellen Zimmermannsberuf von der Pike auf gelernt und anschließend an vielen Orten Erfahrungen gesammelt. In Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und in Tunesien werden inzwischen Kabeltrommeln aus Holz, Stahl und Kunststoff von der Hildebrandt Group hergestellt und montiert. Dazu kommen noch vielfältige Dienstleistungen und Equipment für die Kabel- und Seilindustrie sowie kundenorientiere Logistiklösungen.
Den Grundstein für diesen Erfolg legte der Ururgroßvater August Hildebrandt mit einem Sägewerk und einer Zimmerei in Hagenow. So wirkte er unter anderem an den großherzoglichen Bauten in Willigrad am Schweriner See mit. Großherzog Friedrich Franz III. lobte die exzellente Arbeit des Handwerkers und ehrte ihn mit dem Titel Hofzimmermeister. Auch die erste Einzylinderdampfmaschine Mecklenburgs nahm bei August Hildebrandt den Betrieb auf und läutete den Fortschritt ein. Ab 1936 führte die Großmutter Thea Lohraff als Alleininhaberin das Unternehmen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden als Reparationsleistungen für die Sowjetunion Fertighäuser produziert. Es folgte die Enteignung und Verstaatlichung durch die DDR mit allen ihren Folgen. Erst im Mai 1990 konnte nach dem Mauerfall die Firma wieder reprivatisiert werden und durfte sich dann auch wieder August Hildebrandt nennen. Seit 2010 führen nun die Geschwister Sabine von Köppen und Mathias Lohraff erfolgreich die Geschäfte, vergrößerten die Produktion und erweiterten die Standorte. Dabei setzen sie immer auf engagierte Mitarbeiter und machen die Teamarbeit zur Chefsache: „Sonst würde das alles nicht so erfolgreich funktionieren. Aktuell wollen wir unseren Vertrieb erweitern und suchen Vertriebsmitarbeiter für den europäischen Raum“, so die Geschwister. „Gerne einen Mann oder eine Frau aus Schwerin mit guten Englischkenntnissen und Lust auf das internationale Vertriebsgeschäft.“ Schließlich werden heute bereits namenhafte Hersteller aus der Kabel-, Rohr- und Seilindustrie weltweit beliefert, unter ihnen zum Beispiel Prysmian/General Cable, NKT und Nexans.

Norbert Bosse


BU1: Produziert in Schwerin gehen die Kabeltrommeln über Wismar in die weite Welt, Foto: Hildebrandt Group
BU2: Geschäftsführerin Sabine von Köppen, Foto: maxpress

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