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Besonderer Service spricht sich rum
(02.08.2019)

Externe Unternehmen vertrauen auf Kompetenz und Können des Nahverkehrs Schwerin

Haselholz • In den hauseigenen Werkstätten des Schweriner Nahverkehrs gibt es allerhand zu tun – hier werden die Bremsen eines Busses überprüft, dort erhält die Petermännchenfähre einen neuen Anstrich und an anderer Stelle werden die Fahrwerke der Straßenbahnen aufgearbeitet. Auch externe Unternehmen vertrauen zuweilen auf das Know-how der NVS-Mitarbeiter. Im Juni hat zum Beispiel die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) die Schienenfahrzeugwerkstatt heimgesucht.

„Der Grund, warum Eisenbahnen wie die NEB oder die ODEG bei uns sind, ist, dass wir über eine Unterflur-Radsatz-Drehmaschine mit einem speziellen Gleis verfügen. Das gibt es in Norddeutschland einfach nicht so häufig“, sagt Werkstattmeister Bernd Tantow (Foto). Die acht mal fünf Meter große Maschine ist für Schienenfahrzeuge mit einer Spurweite von 1.435 Millimetern geeignet und kann eine Achslast von bis zu 14 Tonnen tragen. Immerhin fährt die Eisenbahn über die stählerne Maschine. So kann der Mitarbeiter achsweise das Radprofil messen, eventuelle Beschädigungen erkennen und in eingebautem Zustand ausbessern.
Für diesen Service ist die NEB, die normalerweise in Berlin und Ostbrandenburg verkehrt, gerne einmal bis nach Schwerin angereist. „Bei der NEB gab es bei zwei von sechs Achsen Ausbröckelungen, die wir behoben haben. Andere häufige Abnutzungserscheinungen sind Flachstellen, die entstehen, wenn beim Bremsen die Räder blockieren und so über die Schienen rutschen. Der Fahrgast nimmt das meist durch ein unangenehmes Holpern wahr.“ Etwa vier Stunden benötige der sogenannte „Dreher“ für die Bearbeitung der zwei Achsen an der NEB.
Bernd Tantow selbst ist für den administrativen Part in der Schienenfahrzeugwerkstatt zuständig – er organisiert und protokolliert sämtliche Abläufe und kümmert sich zum Beispiel um Unfallschäden, Materialbestellungen und eben auch externe Aufträge. „Es hat sich halt rumgesprochen, dass wir gut sind“, so der 62-Jährige. Im Jahr kommen etwa sechs externe Schienenfahrzeuge in die NVS-Werkstatt. „Ja, es gibt viel zu tun. Im Endeffekt ist es ja wichtig, dass die Bahnen wieder gut in den Gleisen liegen und wir den Fahrkomfort gewährleisten können.“

BU: Bernd Tantow ist Wekstattmeister beim Schweriner Nahverkehr, Foto: maxpress

Text: Marie-Luisa Lembcke

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