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AWO: Der sichere Ort in Notlagen
(29.11.2019)

Kinder- und Jugendnotdienst der Landeshauptstadt Schwerin mit neuer Adresse

Paulsstadt • Manchmal stehen sie einfach vor der Tür und wissen nicht mehr, wohin sonst. In anderen Fällen gibt es Meldungen zu einem gefährdeten Kind per Telefon. Der Kinder- und Jugendnotdienst am Packhof ist Ansprechpartner für junge Menschen in Krisensituationen. Hier können sie für kurze Zeit sicher untergebracht werden.

„Manchmal ruft ein besorgter Nachbar an, weil das Kleinkind von nebenan seit Stunden schreit. Das Kindeswohl könnte gefährdet sein. Dann müssen sich die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendnotdienstes und des Jugendamtes vor Ort einen Eindruck verschaffen. Und manchmal ist es eine notwendige Entscheidung des Jugendamtes, das Kind erst einmal in Obhut zu nehmen”, berichtet Einrichtungsleiterin Doreen Graack. Genau dafür gibt es den Kinder- und Jugendnotdienst.
Seit dem Umzug in das Gebäude des frisch sanierten Packhofs, gegenüber des Stadthauses, stehen Heranwachenden von null bis 18 Jahren sechs Einzelzimmer zur Verfügung. Im Dachgeschoss ist es gemütlich und sicher – ein Gefühl, das auch die engagierten Pädagogen vor Ort immer vermitteln. Die Kinder und Jugendlichen können mit den Mitarbeitern über ihre schwierige Situation reden, erfahren klare Strukturen und werden mit ihren individuellen Eigenheiten ernst genommen. Im Zuge der Betreuung der jungen Menschen können die Mitarbeiter auf viele Kooperationspartner zurückgreifen. Vom Jugendamt über die Polizei bis zur Kinder- und Jugendpsychiatrie – der Weg zu allen Netzwerkpartnern ist kurz. Gedacht ist der Notdienst als vorübergehende Unterbringung. Fehlen jedoch Anschlussperspektiven, kann es auch zu einem längeren Aufenthalt von mehreren Wochen kommen. „Für alle Kinder und Jugendlichen ist daher die Weiterführung eines normalen Alltages mit Kita, Schule, Arztbesuchen oder Freizeitbeschäftigung enorm wichtig”, so Doreen Graack. Das Team des Kinder-und Jugendnotdienstes ist sich seiner hohen Verantwortung bewusst und ist jeden Tag 24 Stunden in Schwerin für die betroffenen Kinder und Jugendlichen da.

Nele Reiber

BU1: Im gemütlichen Aufenthaltsraum verbringen die Kinder im Notdienst viel Zeit – beim Spielen, Essen und Austauschen
BU2: Einrichtungsleiterin Doreen Graack 
Fotos: maxpress

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