Aktuelle-Ausgabe

Alte Handys und Korken für den Naturschutz
(04.02.2019)

NABU ruft mit Recyclingprojekten zum Einsatz für den Natur- und Artenschutz auf

Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom schlummern mehr als 100 Millionen Althandys in deutschen Schubladen. Aber wohin damit? Der NABU appelliert an alle Handybesitzer, ihre Alt-Handys nicht achtlos in den Hausmüll zu werfen. Das schadet der Umwelt und ist auch gesetzlich verboten. Zu viele seltene Rohstoffe gehen für eine Wiederverwertung verloren und unnötig viele Ressourcen werden weiter abgebaut. Im Vordergrund steht für den NABU daher die Wiederaufbereitung und - falls erforderlich - Reparatur von Mobilgeräten, um die Nutzungsdauer eines Handys zu erhöhen.
Der NABU hat deshalb das Recycling-Projekt "Alte Handys für die Havel" ins Leben gerufen. Für jedes abgegebene Alt-Handy erhält der NABU 1,60 Euro von Telefónica, dem Kooperationspartner in diesem Projekt. Ziel der Recycling-Kampagne ist es, mehr Elektrogeräte dem Recycling zuzuführen, und möglichst viele Menschen dafür zu sensibilisieren, dass die Verwertung von Elektroschrott notwendig für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist.
Das Geld fließt in das Naturschutzgroßprojekt "Untere Havel". Die Untere Havelniederung in Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist das größte und bedeutsamste Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Mehr als 1.100 stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten kommen in der Unteren Havelniederung vor. Auf 50 Flusskilometern will der NABU bis 2025 den ausgebauten Fluss renaturieren und neue Naturparadiese schaffen.
Größere Einrichtungen, z. B. Schulen, können auch eine eigene Handysammelbox aufstellen. Diese ist u. a. in der Naturschutzstation Schwerin (Tel.: 0385-47733744) kostenlos erhältlich.

Kork nutzen und Wälder schützen
Ein weiteres Recyclingprojekt ist die NABU-KORKampagne. Ein Korken ist viel mehr als ein Flaschenverschluss: Er ist Produkt einer jahrhundertealten nachhaltigen Landbewirtschaftung in den Korkeichenwäldern. Kork hat eine gute Klimabilanz und lässt sich problemlos recyceln. Der NABU bittet deshalb darum, diese nicht in den Hausmüll zu werfen, sondern in einer Korksammelstelle abzugeben und damit den Kranichschutz zu unterstützen. "Gesammelte Korken können gerne bei uns in der Naturschutzstation abgegeben werden", so NABU-Mitarbeiterin Katja Burmeister. Von dort aus werden sie nach Hamburg weitergeleitet, wo die Aktion bereits 1994 ihren Ursprung nahm. "Ziel der KORKampagne ist es, möglichst viele Flaschenkorken zu sammeln und zu recyceln", erklärt Katja Burmeister.
Aus den jährlich anfallenden 1,2 Milliarden Korken könnten 32.000 Kubikmeter ökologisch wertvolles Dämmgranulat für den Hausbau hergestellt werden. Bisher wird nur ein Zehntel des Flaschenkorks dem Stoffkreislauf zugeführt. Aus dem Verkaufserlös des Dämmgranulats unterstützt der NABU Kranichschutzprojekte in Spanien – der Heimat der Korkeichen – sowie in Deutschland. Ziel der Naturschutzarbeit in Spanien ist die Erhaltung der traditionellen Korkwirtschaft und damit der einmaligen Landschaft der „Dehesas“. Diese lichten Kork- und Steineichenwälder im Südwesten der iberischen Halbinsel sind das Überwinterungsgebiet von über 50.000 Kranichen aus ganz Mittel- und Nordeuropa.
Heute beteiligen sich bereits über 1.000 Sammelstellen in fast allen Bundesländern – mit deutlichem Schwerpunkt in Norddeutschland – an der KORKampagne. Hinzu kommen gut hundert firmeninterne Sammelstellen. Insgesamt wurden seit dem Kampagnenstart über 500 Tonnen Korken eingesammelt. Dadurch konnte der Kranichschutz jährlich mit einer Spende von 2.000 Euro unterstützt werden.

NABU-Kork- und Handysammelstellen

• Naturschutzstation Schwerin, Am Strand 9, 19063 Schwerin

• NABU-Landesgeschäftsstelle, Wismarsche Straße 146, 19053 Schwerin

• NABU Mittleres Mecklenburg, Ökovilla, Hermannstraße 36, 18055 Rostock

In den deutschen Schubladen schlummern viele ungenutzte Handys, die für den Naturschutz eingesetzt werden könnten
In den deutschen Schubladen schlummern viele ungenutzte Handys, die für den Naturschutz eingesetzt werden könnten

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