Dreh- und Angelpunkt der Industriekultur
(28.08.2019)

Brücke am Schweriner Schloss kommt im September wieder in Bewegung

hauspost-Schlossgeschichte 09/19

Schwerin • Die Drehbrücke am Schweriner Schloss ist ein beeindruckendes Zeugnis der Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts. Am 28. und 29. September kann sie wieder in Aktion bewundert werden.

Am letzten September-Wochenende finden in diesem Jahr wieder die „Tage der Industriekultur am Wasser“ statt. Schwerin ist unter anderem mit der historischen Drehbrücke am Schloss dabei. Und die hat eine spannende und bewegte Geschichte. Aus den Unterlagen des Landtages und des Schlosses ist zu erfahren: Mindestens seit dem 17. Jahrhundert existieren Brücken, die die Schlossinsel mit dem Terrain des heutigen Schlossgartens verbanden. Sie waren jedoch noch aus Holz. Erst 1897 wurde die heutige Schlossgartenbrücke nach Plänen des Distriktbaumeisters Adolf Klett errichtet. Sie sollte größeren Booten die Durchfahrt vom Schweriner in den Burgsee ermöglichen. Das Ein- und Ausschwenken der Brücke um 90 Grad erledigten die Bediensteten noch in Handarbeit mit einer Kurbel.

Die Schlossgartenbrücke war zu jener Zeit aber nicht die einzige Dreckbrücke in Schwerin. So gab es weitere beispielsweise über dem Werderkanal zwischen Heiden- und Ziegelaußensee, über den Störkanal bei der Mueßer Fähre und der Verbindung zwischen Schweriner Innen- und Außensee am Paulsdamm. Diese Drehbrücken mussten aber in den Jahren von 1964 bis 1970 modernen Hochbrücken weichen.

Die Drehbrücke am Schloss wurde indes immer wieder das Opfer von Vandalismus und Vernachlässigung. Ihr Zustand verschlechterte sich immer mehr. 1998 entschloss sich der Landtag deshalb, das Bauwerk gründlich zu sanieren. Dafür musste ein Teil der Brücke ausgebaut und zur Reparatur nach Freiburg im Breisgau transportiert werden. Währenddessen stabilisierten die Bauarbeiter in Schwerin die Pfahlgründungen mit Stahlbeton und erneuerten die beiden. Der Landtag nahm schließlich auch die Sanierung der Straße zum Schlossgarten in Angriff: Die Stützmauern wurden gesichert, das gusseiserne Gelände repariert und erneuert sowie holzfarben angestrichen.

Der Verein der Freunde des Schweriner Schlosses e.V. unterstützte die Wiederherstellung der Drehbarkeit, also der Mechanik der Brücke. 57.000 DM sammelte der Verein für die Sanierung der Brücke. Und die war im Juli 1999 endlich abgeschlossen.

Dass die Brücke sich auch nach wie vor einwandfrei dreht, davon können sich alle Interessierten am 28. und 29. September selbst überzeugen. An den beiden „Tagen der Industriekultur am Wasser“ wird die Brücke jeweils um 15 Uhr durch die technischen Mitarbeiter der Landtagsverwaltung, wie Brückenwärter Benno Gurny (Foto 1) in Betrieb genommen und geöffnet. Neben der Drehbrücke laden auch die Schleifmühle mit ihrer Schauanlage zur Natursteinbearbeitung und das Alte Wasserwerk in Neumühle an diesen Tagen zur Besichtigung ein.

Weitere Informationen gibt es unter: www.tagederindustriekultur.de

Text und Fotos: Norbert Bosse

Was tut sich hinter den Gemäuern und wo lässt sich noch heute Interessantes aus vergangenen Zeiten entdecken? Wie gut kennen wir „unser Schloss“? Im Gewinnspieljahr 2019 gibt die hauspost Antworten auf diese Fragen. Und im September gibt es ein ganz besonderes Erlebnis zu gewinnen: Die zwei Gewinner dürfen aktiv und exklusiv am 28. September um 15 Uhr an der Öffnung der Drehbrücke teilnehmen und selbst die Handkurbel drehen.

Die Gewinnspielfrage lautete: Wie viel Geld spendete der Verein der Freunde des Schweriner Schlosses für die Brückensanierung?
Lösung: 57.000 DM

Dieses Gewinnspiel ist leider beendet.


Gewonnen hat D. Keith. Herzlichen Glückwunsch!

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