Studie zur Energieoptimierung auf der Kläranlage Schwerin Süd wird im August abgeschlossen
Klimaschutz zahlt sich für den Kunden aus
Artikel vom 30.05.2012 / SAE

Die Kläranlage produziert bis zu 50 Prozent ihres Stroms selbst Foto: Klaus Schimmagk
Schwerin • In der Mai-Ausgabe berichtete die hauspost-Redaktion über die Energiewende in der Region. Das Thema schlägt momentan kräftige Wellen: Nicht nur die Stadt prüft derzeit Maßnahmen für ein Klimaschutzkonzept, auch der Eigenbetrieb Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) lässt ein Klimaschutzteilkonzept unter dem Schwerpunkt „klimafreundliche Abwasserbehandlung“ erarbeiten. Das Ziel: den Stromverbrauch im Interesse der Umwelt -
und des Kunden - senken.
Der SAE ist daran gelegen, ihre Ausgaben möglichst gering zu halten, was sich letztlich in den Abwasserentgelten niederschlägt. Zugleich soll der C02-Ausstoß verringert werden. „Schon seit Längerem befassen wir uns daher mit der Energieoptimierung auf der Kläranlage Schwerin Süd“, sagt Lutz Nieke, Werkleiter der SAE. So verwertet die Anlage das Klärgas in einem Blockheizkraftwerk und produziert damit bis zu 50 Prozent ihres Strombedarfs selbst. „Das reicht uns aber nicht - es gibt noch viel Potenzial“, so Britta Dumke, Gruppenleiterin Betrieb bei der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin, Betriebsführer der SAE.
Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit konnte der Eigenbetrieb eine Studie zur Energieoptimierung in Auftrag geben.
Seit fast einem Jahr befasst sich ein Planungsbüro, das langfristige Erfahrungen auf dem Gebiet vorzuweisen hat, mit der Erarbeitung der Studie. Ziel ist die Erstellung einer Entscheidungsgrundlage und eines strategischen Planungsinstruments, mit dem Treibhaus-
emissionen und Energiekosten der Abwasserbehandlung dauerhaft gesenkt werden können. Dazu erfolgt zunächst eine detaillierte Beschreibung des Ist-Zustands sowie die Erstellung einer Energie- und C02--Bilanz vom Zulauf der Kläranlage bis zum Ablauf - inklusive Schlammbehandlung, Klärgasnutzung und Klärschlammentsorgung. Auf dieser Basis baut eine Analyse auf, die kurz-, mittel- und langfristige Energiepotenziale unter Berücksichtigung erneuerbarer Energien beschreibt sowie Einspar- und Versorgungsziele definiert.
Im August wird die SAE erfahren, wie sie den Teil der selbst erzeugten Energie erhöhen kann. „Wir wollen wissen, ob zum Beispiel der Einsatz von Fotovoltaikanlagen wirtschaftlich ist oder ob wir das BHKW erweitern können“, so Dumke.
Eines hat die SAE schon vorher geprüft: Die Abwasserwärme zum Heizen der Altstadt zu nutzen, lohnt sich nicht. „Dazu sind die Mengen zu gering“, sagt Britta Dumke. Es würde nur dort infrage kommen, wo kontinuierlich große Mengen zur Verfügung stehen. Und das ist nur im Ablauf der Kläranlage der Fall, wo das Abwasser in Richtung Sude abgeleitet wird. Doch da gibt es - noch - keine Abnehmer.