Aktuelle Ausgabe: Hauspost 2013 Nr. 183
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Neues webgestütztes Verfahren vereinfacht die Analyse von Belebtschlamm
Nützlichen Mikroorganismen auf der Spur
Artikel vom 27.05.2011 /  WAG
Die untersuchten Belebtschlammproben gibt Dr. Ulrike Funke in das Computersystem mikrobi ein und erhält sofort eine exakte Belebtschlammauswertung Foto: maxpress/mw
Die untersuchten Belebtschlammproben gibt Dr. Ulrike Funke in das Computersystem mikrobi ein und erhält sofort eine exakte Belebtschlammauswertung Foto: maxpress/mw
Schwerin • Die Qualität des gereinigten Abwassers auf der Kläranlage Schwerin-Süd wird jede Woche überpüft - von der Aqua Service Schwerin Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft mbH (AQS). Mithilfe einer deutschlandweit einzigartigen innovativen Software können die mikroskopischen Bilder schnell und einfach untersucht und mögliche Probleme sofort erkannt werden.
„Die Belebtschlammanalyse ist deshalb so wichtig, da wir damit beurteilen können, wie hoch die Reinigungsleistung der Kläranlage ist“, sagt Steffen Nemitz, Meister Abwasserreinigung bei der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin mbH (WAG).
Dr. Ulrike Funke, Fachlaborleiterin Abwasser bei der AQS, und ihre Kollegen entnehmen die Proben aus den Belebungsbecken und beurteilen die sogenannte Belebtschlammflocke dann unter dem Mikroskop nach Struktur, Größe, Farbe, Häufigkeit der frei lebenden Bakterien und Fadenbakterien sowie nach dem Geruch. „Riecht die Belebungsprobe erdig, ist davon auszugehen, dass die Anlage gut funktioniert. Riecht sie hingegen faulig, liegt eine Störung vor“, erklärt Dr. Funke.
Jedes Kleinstlebewesen im Belebtschlamm hat eine bestimmte Funktion. „Sind in der Probe viele Rädertiere vorhanden, ist der Betriebszustand in Ordnung, denn dann ist auch die Sauerstoffversorgung gut“, so die Fachlaborleiterin der AQS weiter.
In anderen Kommunen muss mit Zetteln gearbeitet werden - die Analyse ist sehr aufwendig. Die AQS nutzt hingegen die eigens entwickelte Web-Applikation „mikrobi“
mit einer umfangreichen Datensammlung. Sie erleichtert die Untersuchung des mikroskopischen Bildes ungemein. Viele Kläranlagen in Deutschland sind daher an mikrobi interessiert. Es sind Fotos, Videos und Beschreibungen von über 300 Mikroorganismen enthalten. „Besonders hilfreich ist die Vergleichbarkeit der Proben in Form von Grafiken, anhand derer wir tendenzielle Entwicklungen ablesen können“, sagt Dr. Funke. „Mikrobi“ hilft somit bei der Qualitätssicherung der Kläranlagen und reduziert Kosten wie den Energieverbrauch.mw