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Löwe soll Hauswand erklimmen
(28.07.2017)

SAS manifestiert ihr Engagement für den Schweriner Zoo

Schwerin • Bei ihrer Unterstützung für das neue Löwengehege im Schweriner Zoo geht die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) neue Wege. Sie liegen jenseits der ausgetretenen Pfade dieses Raubtiers, das in der Landeshauptstadt schon einige Male gesichtet wurde. Gemeinsam mit den Künstlern aus dem Dezernat 5, der Galerie für aktuelle Kunst, soll dieses Sponsoring-Projekt auf eine ungewöhnliche und zugleich spektakuläre Weise inszeniert werden. 

Nach der Nashorn-Savanne steht bereits die nächste große Baumaßnahme im Zoo Schwerin an: eine neue Löwenanlage. Etwa fünf Millionen Euro soll das Vorhaben kosten, bei dem auch der gesamte Eingangsbereich mit umgestaltet wird. Zur Bewältigung der Baukosten wird auf die Hilfe des Landes und der Europäischen Union gesetzt. Zusätzlich muss ein Eigenanteil aufgebracht werden. Dabei soll die Aktion „Leomanie“ helfen. Sponsoren können den Zoo durch den Erwerb eines symbolischen Kunststoff-Löwens unterstützen und werden so zu „Leomanisten“. Als Schweriner Unternehmen hat sich die SAS kurz nach Bekanntwerden an dieser Aktion beteiligt und ein Löwen-Modell erworben. Es wartet derzeit noch auf seinen großen Auftritt. Die künstlerische Umsetzung übernimmt dabei das Dezernat 5, die Galerie für aktuelle Kunst. 

Während eines Arbeitstreffens erläuterten Udo Dettmann und Thomas Sander vom Dezernat 5 den SAS-Geschäftsführern Andreas Lange und Matthias Dankert sowie Tina Stalgies, Leiterin Verwaltung und Marketing im Zoo, die Details ihres Konzeptes. „Wir werden die Löwenfigur an einem exponierten Ort im Stadtzentrum in einer außergewöhnlichen Position darstellen“, erläutert Udo Dettmann. 

Irritationen sind nicht ausgeschlossen 

So entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Skulptur und seiner Umgebung, was erst eine gewisse Irritation auslösen wird. „Dadurch wollen wir Aufmerksamkeit erregen und Raum für gedankliche Interpretationen schaffen“, ergänzt der Künstler.

Im Rhythmus der einzelnen Veranstaltungen im Rahmen der Leomanie wird der Löwe in seiner Position vorrücken und so allmählich eine Wand erklimmen. „Das hat es in Schwerin noch nicht gegeben. Wie Spider Man schreitet ein Löwe eine Hausfassade hinauf, als wäre es das Normalste auf der Welt“, ergänzt Thomas Sander. Der Ort für diese Gebäudebesteigung ist nicht zufällig ausgewählt. Es ist die Fassade der Galerie Dezernat 5 in der Schweriner Franz-Mehring-Straße, gleich neben der Paulskirche. 

Der Künstlergruppe ist in diesem Jahr der Kunst- und Kulturpreis der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Landeshauptstadt Schwerin für herausragende künstlerische Qualität und Mut zu Neuem bei der Vermittlung zeitgenössischer bildender Kunst verliehen worden. 

Die SAS-Geschäftsführer zeigen sich begeistert von diesem Konzept. „Wir möchten unseren Löwen einfach anders positionieren und freuen uns, dass die Künstler vom Dezernat 5 unsere Vorstellungen so kreativ umsetzen konnten“, meint Andreas Lange. Auch Tina Stalgies ist von der außergewöhnlichen Präsentation des Löwen überzeugt. „Es ist ein definitiv anderes Konzept“, meint die Zoo-Mitarbeiterin und schlägt vor, zur Erläuterung eine Informationstafel am Gebäude anzubringen.

Stephan Rudolph-Kramer

Tina Stalgies, Thomas Sander, Udo Dettmann, Matthias Dankert und Andreas Lange (v.l.) im Arbeitsgespräch Foto: maxpress/srk

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