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Kirschen, die leckeren, gesunden Schlankmacher
(11.08.2017)

So schmeckt der Sommer. Dieser Slogan aus der Werbung könnte höchst treffend auch ein sehr beliebtes Sommerobst beschreiben: die Kirsche. Denn der Sommer ist auch immer die Zeit der Kirschen. Inzwischen sind die wohlschmeckenden Früchte von Mai bis Oktober – und mitunter auch noch länger – im Handel zu finden. Aus heimischem Anbau werden sie jedoch vor allem in den Monaten Juni und Juli angeboten. Sie stammen dann vielfach aus Norddeutschland, vor allem dem Alten Land vor den Toren Hamburgs, das nicht umsonst als „Obstgarten der „Nation“ bezeichnet wird. Weitere wichtige deutsche Kirschenanbaugebiete liegen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. 

Abgesehen von den Sommermonaten kommen die hierzulande zu kaufenden Kirschen meist aus Südeuropa zu uns. Von dort, genauer gesagt aus dem Italien der „alten Römer“, trat die Kirsche auch einst ihren Siegeszug durch Europa an. Passenderweise war es ausgerechnet der römische Feldherr und Senator Lukullus, welcher aufgrund seiner Vorliebe für opulente Gastmahle zum Namensgeber für reichliches und ausgezeichnetes Essen wurde, der die leckere Frucht aus Kleinasien um 70 vor Christus mit nach Rom brachte. Lukullus soll der Überlieferung zufolge in der Hafenstadt Kerasos, dem heutigen Giresun in der Türkei, an die Pflanzen gekommen sein. Auf den Namen dieser Stadt geht auch die Bezeichnung „Kirsche“ zurück. So heißt die Frucht in Frankreich denn auch „cerise“ oder in Spanien „cereza“.

Unterdessen können sich Kirschenliebhaber an Hunderten Sorten des Obstes gütlich tun. Grundsätzlich werden die Früchte, die zum Steinobst und somit zur Familie der Rosengewächse gehören, seit dem 18. Jahrhundert in Süß- und Sauerkirschen unterteilt. Die bekanntesten Sauerkirschen sind die Weichseln, und hier speziell die Sorte Schattenmorelle, sowie die Amarellen. Von den Süßkirschen sind die hartfleischigen Knorpelkirschen und die weichfleischigen Herzkirschen vor allem als Frischobst sehr geschätzt. Sauerkirschen werden mehr zum Backen, zum Einmachen, für Konfitüren, Kompott und Säfte verwendet. Dagegen lassen sich aus weichfleischigen Süßkirschensorten wiederum ansprechende Kirschwasser brennen.

Doch Kirschen sind nicht nur ein wohlschmeckender, aromatischer und frischer Genuss im Sommer – sie sind zudem kalorienarm, aber dafür reich an gesundheitsfördernden Wirkstoffen. Die Früchte bestehen zu mehr als 80 Prozent aus Wasser, daher gelten sie zu Recht als „Schlankmacher“. Immerhin weisen 100 Gramm von diesem Obst gerade einmal rund 55 Kilokalorien auf. 

Dagegen punkten die roten Früchte mit einigen sogenannten Bioaktivstoffen, die allesamt für unseren Körper sehr wertvoll sind: So enthalten Kirschen die Vitamine A, B1, B2, B6 und C sowie die Mineralien Kalzium, Magnesium, Mangan, Phosphor und Eisen. All diese Nährstoffe kommen z. B. dem Aufbau von Knochen und Zähnen zugute. Darüber hinaus versorgt der Verzehr von Kirschen den Körper mit Folsäure. Dieses Vitamin ist besonders für Schwangere wertvoll und zudem wichtig für die Zellteilung sowie die Blutbildung.

Durch seinen Gehalt an Flavonoiden und seinen Reichtum an sogenannten Anthocyanen, welche die Früchte rot färben, soll das Steinobst außerdem antioxidativ wirksam sein, also Körperzellen vor Alterung und Entartung schützen. So lässt sich Erkrankungen wie Herzinfarkt und Krebs vorbeugen. Die pflanzlichen Farbstoffe senken zudem das LDL-Cholesterin. Und last, but not least findet sich in Kirschen Perillaalkohol: Er soll dafür sorgen, dass Tumore schrumpfen.

Aufgrund all dieser positiven Eigenschaften werden Kirschen häufig als eine Art Alleskönner gelobt: Sie schmecken gut, sie sind sehr gesund und machen obendrein nicht dick. Was will man mehr?

Foto: CC/maxpress

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