Aktuelle-Ausgabe

Im Namen des heiligen Nikolaus
(01.12.2017)

Älteste Glocke in der Schelfkirche erklingt seit 500 Jahren

Schelfstadt • Am 14. Juni 2015 erhielt die Kirche St. Nikolai – auch Schelfkirche genannt – zwei neue Bronzeglocken. Die beiden größeren Glocken des Dreiergeläuts waren in den Weltkriegen zugunsten der Rüstungsindustrie eingeschmolzen und als Notlösung durch Eisen­glocken ersetzt worden, die aber nur eine kurze Lebensdauer haben. Nur die kleinste und älteste Glocke, die Nikolai-Glocke (Foto), wurde in den Kriegen verschont. Die Geschichte dieses Bronzemodells geht weit zurück. Sie läutete sogar schon im Vorgängerbau der heutigen Schelfkirche.

Ein genaues Herstellungsjahr der Nikolai-Glocke sei nicht bekannt, sagt Küster Lothar Dornau. „Da wir aber von Hinrich van Kampen wissen, wann er produktiv war, können wir sagen, sie ist spätestens 1517 gegossen worden”, erklärt er. Damit feiert die Nikolai-Glocke in diesem Jahr ein großes Jubiläum. „Wir wollen am Nikolaustag besonders an diese Glocke denken. Sie läutet seit 500 Jahren für unsere Gemeinde”, so Lothar Dornau.  Am 6. Dezember wird die schöne Glocke mit dem Abbild des Heiligen Nikolaus beim traditionellen Nikolausspiel
gefeiert. Um den Nikolaus, einen heilig gesprochenen Bischof, ranken sich viele Legenden, weiß Lothar Dornau: „Als die Kinder in seiner Stadt hungerten, soll Bischof Nikolaus ein Schiff, das mit Nahrungsmitteln auslaufen wollte, aufgehalten und im Tausch für die Ladung alles Kirchensilber hergegeben haben.”

Nele Reiber

Glocken Schwerin
Foto: maxpress

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