Auf ein Wort
Liebe Leserinnen und Leser, die Assoziationen unserer Redaktionsmitglieder mit dem Wort Hinterhof könnten unterschiedlicher nicht sein. Die einen sehen eine kleine siffige Müllecke, die eine Mischung aus post-apokalyptischem Sperrmüllhaufen und Pestfriedhof ist, vor ihrem geistigen Auge. Die anderen denken eher an eine grüne Oase mit gemütlicher Sitzgelegenheit und zahmen, frei umherhoppelnden Kaninchen. Egal welche Variante - ein Hinterhof ist wie ein kleiner Mikrokosmos. Hier können sich die Hausbewohner eine Welt nach ihren Vorstellungen schaffen und ihren Lebens- beziehungsweise Wohnstil über die Grenzen der eigenen vier Wände hinaus praktizieren. Hier trifft man sich zum Plausch, entspannt oder geht dem Hobby nach.
Ich selbst bin in der glücklichen Lage, dass sich hinter unserem Wohnhaus ein toller Garten mit Obstbäumen auftut. Und obwohl ich Kleingärtner vor wenigen Jahren noch als spießig empfand und Unkraut jäten zu den ungeliebten Erinnerungen meiner Kindheit gehörte,
kämpfe ich dort inzwischen regelmäßig gegen Giersch und Schachtelhalm. Dabei fühle ich ein wenig den Stolz des Bauern, der seiner Scholle das täglich Brot abringt, auch wenn ich statt des Pflugs nur den altersschwachen Benzinrasenmäher über die 30 Quadratmeter schiebe. Ein kleiner Tipp: Wer sich mit dem Nachbarn gut stellt, muss nur halb so oft Rasen mähen.
Ihr Martin Ulbrich