Aktuelle Ausgabe: Hauspost 2013 Nr. 183
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Knappe Ressourcen und steigende Kosten führen zum Umdenken
Energiewende gelangt zunehmend ins Bewusstsein
Artikel vom 19.04.2012

Schwerin • Neue Technologien ermöglichen in immer größerem Maß den Einsatz regenerativer En­er­gien - auch für umweltbewusste Bürger. Die Energiewende sorgt für neue, aber auch kritische Blicke auf die Nutzung von Sonne, Wind und Co.
Insbesondere bei Bauherren und Trägern von Sanierungsmaßnahmen gebe es ein großes Interesse, Energiesparlösungen zu finden, sagt Carola Nitz (Foto), Leiterin des Umweltamtes Schwerin, mit Blick auf laufende Kosten. Gesetzliche Regelungen schreiben bei neuen Bauprojekten vor, den Energiebedarf zu zehn Prozent aus alternativen Ressourcen nachzuweisen. „Eines unserer Ziele besteht darin, vor allem Planer anzuregen, diesbezüglich im Sinne des Landschaftsschutzes sowie der Raumgestaltung zu wirken. Das heißt, Einfluss zu nehmen, um den Schutz von Mensch und Natur zu gewährleisten“, so die Amtsleiterin. Denn nicht alle Vorhaben, alternative Energieformen zu nutzen, stoßen uneingeschränkt auf Zuspruch: Am kleinsten sei die Betroffenheit bei Solaranlagen, weiß Carola Nitz. Windschlaggeräusche und landschaftsverändernde Wirkung sind eine Folge von Windparks, die daher nur in ausgewiesenen Gebieten errichtet werden dürfen. Auch Geruchsbelästigungen rufen gelegentlich Unmut hervor. Insgesamt wachse jedoch das Bewusstsein, die Energiewende sei ein Thema. Dem wolle man gerecht werden, so Nitz. „Bis zum Sommer dieses Jahres soll beispielsweise ein Solarkataster vorliegen, das im Internet Interessierte über Optionen der Sonnennutzung informiert.“
Die Stadtverwaltung selbst geht mit gutem Beispiel voran. „Wir beteiligen uns am Bundesprojekt Elektromobilität und möchten perspektivisch einige Fahrzeuge in der Stadt einsetzen“, erklärt die Umweltamtsleiterin. Für Wege in der Stadt nutzen Mitarbeiter der Verwaltung Dienstfahrräder. Bei öffentlichen Gebäuden wird bereits bei der Energieerzeugung auf Effizienz geachtet. „In Zusammenarbeit mit der IHK und der Handwerkskammer haben wir Unternehmen kontaktiert, um für mehr Sensibilität im Umgang mit Energie zu werben und einen Austausch über effiziente Lösungen anzuregen. Die Landeshauptstadt möchte sich zudem an der CO2-20-Initiative der Bundesregierung beteiligen.“
Als Vorreiter sind die Stadtwerke Schwerin mit dabei, ihr Energiekonzept in das künftige Klimaschutzkonzept der Stadt zu integrieren. Ob Geothermie, der Ausbau des Fernwärmenetzes oder Biogas - erneuerbare Energien haben beim kommunalen Versorgungsunternehmen einen hohen Stellenwert. Das zeigt sich auch bei verschiedenen Projekten im Stadtbild. So wurde zum Beispiel erst zu Beginn dieses Jahres auf dem „Haus der Begegnung“ eine Solaranlage in Betrieb genommen. Barbara Arndt