Ambulanter Pflegedienst des Augustenstiftes kümmert sich um bis zu 80 Patienten
Seit zehn Jahren Freude am Beruf
Artikel vom 02.08.2012 / Sozius

Der Ambulante Pflegedienst des Augustenstifts Foto: SOZ
Schwerin • Nach ihrem Dienst ist Sieglinde Behrendt (Foto) oft heiser. „Ich rede so viel“, sagt die Altenpflegerin. Das Sprechen ist neben der Körper- und Behandlungspflege ein wichtiger Teil ihrer Arbeit beim Ambulanten Pflegedienst des Augustenstifts zu Schwerin, die sie nun schon seit fast zehn Jahren mit nicht nachlassender Freude macht.
Vorher war die 57-Jährige in Pflegeheimen tätig. Die Patienten in ihren Wohnungen zu besuchen, findet sie abwechslungsreicher, denn „jeder hat andere Bedürfnisse, Verordnungen, Voraussetzungen“. Diese Freude vermittelt sie auch an ihre Kolleginnen; die jüngste ist gerade 22.
Zehn Krankenschwestern und Altenpflegerinnen sind beim Ambulanten Pflegedienst des Augustenstifts tätig. Das traditionsreiche Haus, seit über 150 Jahren eine Stätte der Pflege, übernahm 1999 die acht Jahre zuvor von der Paulsgemeinde gegründete Sozialstation. Heute pflegen die Frauen in Schwerin 70 bis 80 Patienten.
Pflegedienstleiterin Janett Hannemann: „Wir arbeiten nach Prinzip der Bezugspflege, sodass alle Patienten ihre vertraute Ansprechpartnerin haben.“ Viele ihrer Kunden leben allein oder bei den Kindern, andere aber auch in einer Senioren-Wohngemeinschaften des Augustenstifts. Manche besuchen sie dreimal, unterstützen sie bei der Körperpflege, bringen Essen, spritzen, wechseln Verbände oder Katheter, legen Infusionen. Eine Patientin andererseits möchte nur alle 14 Tage gebadet werden. Die meisten haben eine Pflegestufe, andere zahlen die gewünschte Leistung selbst. „Wir machen fast alles möglich“, so Janett Hannemann, „trotzdem bringen uns die Krankenkassen mit der aktuellen Kürzung der Sätze für die Behandlungspflege in eine wirtschaftliche Schieflage.“ Deshalb beteiligte sich ihr Pflegedienst an den Protestaktionen in Schwerin.
Aber auch Gutes hat sie in Sachen Pflege zu vermelden. So ist vielen Betroffenen nicht bekannt, dass ihnen für Urlaubs- und Verhinderungspflege, die der Pflegedienst auch anbietet, eine Pauschale von 1550 Euro im Jahr zusteht. So müssen Patienten nicht umziehen, wenn die Kinder Urlaub machen, bleiben nicht allein, wenn pflegende Angehörige wichtige Termine haben. Stunden- oder tageweise werden sie zu Hause betreut. Und auch dann bleibt Zeit für ein Gespräch. Obwohl das für die Pflegerinnen manchmal teuer wird. „Wenn ich zu lange geredet habe“, sagt Sieglinde Behrendt, „muss ich anschließend mehr Gas geben. Und dann steht garantiert ein Blitzer am Straßenrand …“ Birgitt Hamm
Veränderungen in der Pflege Demenzkranker 2013:
Für sie wird eine Pflegestufe 0 eingeführt mit 120 Euro Pflegegeld bzw. 225 Euro Sachleistungen. In der Pflegestufe 1 erhalten sie 305 Euro Pflegegeld bzw. 665 Euro Sachleistungen, in der Pflegestufe 2.525 Euro Pflegegeld bzw. 1.250 Euro Sachleistungen sowie in der Pflegestufe 3: 700 Euro Pflegegeld bzw. 1.550 Euro Sachleistungen. Wird Kurzzeit- oder Verhinderungspflege in Anspruch genommen, wird das Pflegegeld zur Hälfte weitergezahlt. Beratung: Servicebüro des Augustenstifts, Tel. 0385/ 558 64 44