Aktuelle Ausgabe: Hauspost 2012 Nr. 171
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Seit Mittwoch ist älteste öffentliche Toilette Schwerins wieder in Betrieb
Sanierte und behindertengerechte WC-Anlage ist eröffnet
Artikel vom 02.02.2012
Renate Zahrndt (Mitte) und Erika Dittner testeten die behindertengerechte Ausführung Foto: SDS
Renate Zahrndt (Mitte) und Erika Dittner testeten die behindertengerechte Ausführung Foto: SDS
Altstadt • Am Dienstag, dem 31. Januar 2012, wurde die älteste WC-Anlage feierlich eröffnet. Die ehemalige Bedürfnisanstalt an der Goethestraße/Ecke Geschwister-Scholl-Straße war seit den 1990er-Jahren geschlossen. In den vergangenen Monaten wurde sie unter Bauherrschaft der SDS - Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin entsprechend der Denkmalauflagen aufwendig saniert. Die moderne, behindertengerechte öffentliche Toilette am Totendamm steht seit dem 1. Februar der Öffentlichkeit zur Verfügung.
„Bislang handelte es sich bei dem Gebäude um eine Bauruine. Durch die funktionale Verbindung mit der Toilettennutzung ist es uns gelungen, diesen städtebaulichen Missstand zu beseitigen”, sagt SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek.
Eigentlich sollte die WC-Anlage bereits im November fertig sein, doch durch die Insolvenz der Rohbaufirma verzögerte sich die Fertigstellung um zwei Monate. Die SDS hatten dafür gesorgt, dass die Arbeiten an der öffentlichen Toilette schnellstmöglich wieder aufgenommen werden konnten.
Nun erhält die Landeshauptstadt eine zweite öffentliche Toilette im Altstadtbereich. „Wir hoffen, dass die Schweriner und Gäste sie gut annehmen werden”, sagt Marlies Bachmann, verantwortliche Planerin bei den SDS.
„Ich finde es sehr gut, dass eine weitere öffentliche Toilette im Zentrum hinzugekommen ist. Außerdem ist wichtig, dass sie behindertengerecht ist”, sagte Renate Zahrndt, die selbst im Rollstuhl sitzt. Neben einer Herren- und einer
Damentoilette konnte auf der 60 Quadratmeter großen Fläche auch ein behindertengerechtes WC eingebaut werden.
Entstanden sind Gebäude und Treppe im Jahr 1927. Die Entwürfe stammen von dem damaligen Architekten und Stadtbaurat Andreas Hamann. Der originalgetreue Nachbau an der historischen Substanz gestaltete sich als aufwendig. „Das Gebäude wurde zunächst entkernt, die Decken mussten aus statischen Gründen erneuert werden”, so Marlies Bachmann. „Des Weiteren wurden die beiden geschwungenen Treppenanlagen und gemauerten Wangen aufgearbeitet.”
Die Sanierung wurde zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” zu etwa 75 Prozent aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Bundesrepublik Deutschland sowie der Europäischen Union aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ gefördert. Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff dankte dem Wirtschaftsministerium sowie dem Landesförderinstitut zur Eröffnung für die Unterstützung.
Die Kernöffnungszeiten im Winter sind ab dem 1. Februar täglich zwischen 9 und 16 Uhr, vom 1. April bis 30. September zwischen 9 und 18 Uhr. Sind zu Veranstaltungen längere Öffnungszeiten gewünscht, können diese mit
dem Bewirtschafter vereinbart werden.