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Praktische Übungen in der Rückenschule im Rehazentrum

Aufstehen und Heben will gelernt sein

Neu Zippendorf • Detlef Holst setzt sich vorsichtig auf die Bettkante, schwingt die Beine nach oben und legt sich - abgestützt durch seinen rechten Arm - auf die Matratze. Ergotherapeutin Simone Schulz ist zufrieden. „Genau so ist es richtig, und jetzt bitte die anderen auch einmal.“
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Detlef Holst ist einer von acht Teilnehmern am Kurs „Wirbelsäulenstabilisierung im Alltag und Beruf“. Im Rehazentrum Schwerin lernen sie, wie man sich verhält, um Rückenbeschwerden zu verringern und zu vermeiden. Der Kurs ist Bestandteil der Rückenschule. Dazu zählen außerdem Vorträge von Ärzten und Sporttherapeuten sowie praktische Übungen.
Dieser Kurs zur Wirbelsäulenstabilisierung ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Einmal pro Reha nehmen die Patienten daran teil. „Ich erkläre die Zusammenhänge, wie ein Schmerz entsteht. Für die Patienten ist es logisch, dass eine einseitig belastete Bandscheibe Probleme bereiten kann“, sagt Simone Schulz. „Und es ist ja letztlich so einfach, dies zu vermeiden.“
Vielen Patienten sei nicht klar, woher ihre Rückenschmerzen eigentlich kommen“, meint die Ergotherpeutin - obwohl die Ursachen ganz einfach seien. „Wer seine Wirbelsäule immer wieder falsch belastet, wird über kurz oder lang Probleme bekommen,“ so Schulz.
Um dies zu vermeiden, kommt es unter anderem auf das richtige Tragen oder Heben an. Dafür kommt ein Auto zum Einsatz, das für Übungszwecke im Rehazentrum aufgebaut wurde, „um eine weitere Alltagssituation zu zeigen“, wie Simone Schulz erklärt. Einkaufen muss jeder, die Wasserkiste oder Tetrapaks mit Milch müssen in den Kofferraum, und auch dabei kann man vieles falsch machen - oder richtig. Daniela Rannefeld weiß mittlerweile, wie es geht, mit geradem Rücken geht sie in die Knie und hebt die Kiste ins Auto. „Das ist nicht schwierig“, sagt sie, „und schmerzfrei.“
Auch falsches Aufstehen oder Hinlegen kann dazu führen, dass die Rückenbeschwerden zunehmen.  Manch einer belastet dabei nur ein Bein, der andere verdreht den Oberkörper oder macht einen krummen Rücken. „Es werden meist nur bestimmte Muskelgruppen benutzt,“ erklärt Schulz. „Der Körper wird dabei einseitig belastet und befindet sich nicht mehr in der Symmetrie. Wer dazu dann noch auf einer zu weichen oder zu harten Matratze und in der falschen Haltung liegt, bei dem können sich Schmerzen verschlimmern.“
Deshalb gilt grundsätzlich: voller Sohlenkontakt, „aus den Oberschenkeln heraus“ aufstehen, beide Beine belasten und keine Drehungen des Oberkörpers.
Bei der nächsten Übung wird die Bedeutung dieser Grundregeln noch klarer. Die Teilnehmer sollen sich aus dem Stand heraus auf eine Matte auf dem Fußboden legen - und wieder aufstehen. Denny Wulf hat sich die Tipps der Therapeutin gemerkt, legt sich korrekt hin, und auch beim Aufstehen lässt er den Rücken gerade und belastet nur die Oberschenkel. Simone Schulz ist zufrieden. Christian Becker



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