Aktuelle Ausgabe: Hauspost 2013 Nr. 183
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Umfassende Broschüre zu Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen in Schwerin liegt vor
Ein Stück besonderer Heimatgeschichte
Artikel vom 30.05.2012 / SDS
Regina Saß und Autorin Katja Pawlak (v. l.) mit der neuen Broschüre	Foto: maxpress/ba
Regina Saß und Autorin Katja Pawlak (v. l.) mit der neuen Broschüre Foto: maxpress/ba
Schwerin • „Soldatenfriedhöfe und Kriegsgräberstätten in der Landeshauptstadt Schwerin“ ist Titel einer Broschüre, welche die SDS - Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin herausgegeben haben. Auf mehr als 80 Seiten wird ein besonderes Stück Stadtgeschichte detailliert aufgearbeitet. Zahlreiche Fotos, historische Ansichten und Pläne dokumentieren die Bemühungen, das Andenken an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft würdevoll zu wahren.
Die heutige Landeshauptstadt blieb in beiden Weltkriegen von schweren Kriegshandlungen verschont. Dennoch zählt Schwerin mehr als 5.500 Gräber von Menschen, die Opfer von Kampfeinsätzen, Gefangenschaft, Verfolgung, Zwangsarbeit, Bombenangriffen, Seuchen oder späterer Gewaltherrschaft wurden. Sie fanden ihre letzte Ruhestätte auf fünf Friedhöfen der Stadt beziehungsweise im Grünen Tal, weiß Regina Saß, Abteilungsleiterin Friedhof und Bestattung beim Eigenbetrieb. „Seit Anfang der 90er Jahre haben wir umfangreiche Kriegsgräberlisten erstellt. Jede Kommune ist gesetzlich verpflichtet, das ewige Ruherecht für die Opfer von Krieg und Gewalt zu wahren und die Gräber zu pflegen.“
Eine ausgesprochen akribische Arbeit steckte dahinter, Schicksale aufzuklären und Bestattungsplätze ausfindig zu machen. „Diese Tätigkeit hat eine Menge Informationen zutage treten lassen“, erinnert sich Regina Saß. „Dieses Wissen sollte nicht verloren gehen. Deshalb haben wir die Publikation einer Broschüre angeregt, die Mahnung, Gedenken, aber auch ein Stück Heimatgeschichte darstellt.“ In Zusammenarbeit mit der Schwerinerin Katja Pawlak, die ein Büro für Forschung, Denkmalpflege und Objektplanung betreibt, ist es gelungen, ein ansprechendes Heft vorzulegen. Weiterführende Recherchen haben dazu beigetragen, Antwort auf offene Fragen zu finden.  Auch Hinweise aus der Bevölkerung trugen zur Aufklärung bei. „Wir wussten, dass in Krebsförden Kriegstote bestattet worden sind. Der genaue Ort war jedoch nicht zu lokalisieren. Nach einem Vortrag führten uns Informationen von Augenzeugen auf die richtige Spur“, so Regina Saß.
Die neue Broschüre lädt Interessierte ein, sich ebenfalls auf Spurensuche zu begeben. Die Darstellungen sind ergänzt durch Wissenswertes über den Auftrag zur Pflege der Orte zur Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewalt und die dabei beteiligten Institutionen. Es wird eine Verbindung von Einzelschicksalen und geschichtlichen Epochen hergestellt. Eine Bereicherung stellen Biografien von Garten- und Landschaftsarchitekten sowie Bildhauern dar, die bei der Gestaltung von Kriegsgräbern und Mahnmalen ihre Handschrift hinterlassen haben. Die Broschüre wurde in einer Auflage von 500 Exemplaren gedruckt und ist zum Preis von 9,90 Euro bei der Friedhofsverwaltung erhältlich.