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Ursprünglich sollte eine Straße im Neubaugebiet Krebsförden an der Pampower Straße ihren Namen erhalten, doch dann entschieden die Stadtvertreter anders. Dabei hätte eine Ehrung für Lucie Höflich Schwerin gut angestanden, immerhin hatte die hochgeschätzte Schauspielerin großen Anteil gehabt an der Wiederbelebung des Theaters nach dem Weltkrieg in unserer Stadt. Vor 120 Jahren, genauer am 20. Februar 1883, wurde sie in Hannover geboren.
 
Eigentlich hieß sie Lucie von Holvede. Ihr Debüt auf der Bühne gab sie als 16-Jährige 1899. Max Reinhardt (1873-1943) engagierte sie an sein Haus, das Deutsche Theater Berlin.

Wer war eigentlich …

Lucie Höflich (1883 - 1956)
Schauspieldirektorin

Dort blieb sie von 1903 bis 1932. Sie begann als schlichte Naive und wuchs zur großen Realistin. Lucie Höflich - das war eine der großen Darstellerinnen des deutschsprachigen Theaters ihrer Zeit. So wurde ihr die Leitung der Staatlichen Schauspielschule Berlin 1933/34 angetragen.
Doch um nationalsozialistischer Gleichschaltung zu entgehen, gründete sie ein eigenes Schauspielstudio, das bis 1936 bestand. Der Titel „Staatsschauspielerin“ wurde ihr, der Frau Emil Jannings („Der Richter von Zalamea“), ein Jahr später verliehen. Während des Krieges ging Lucie Höflich nach Bad Doberan und betrieb auch hier ein eigenes Studio, das solch späterer Prominenz wie Otto und Eberhard Mellies, Inge Meysel und Marianne Hoppe auf die Bretter half.
Mit Schwerin und seiner Altstadt verbanden die Künstlerin fünf wichtige Jahre ab März 1946. Nach Werner Bernhardy, dem ersten Intendant nach Kriegsende am Mecklenburgischen Staatstheater, leitete sie bis zum August 1948 eine Fachschule für Schauspielkunst - in eben jenem Gebäude Kleiner Moor 11, das in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kurzzeitig eine staatliche Filmhochschule beherbergte. In dem heute noch vom Theater genutzten massigen Bau zwischen Theater- und Ritterstraße vis-a`-vis der legendären wie anekdotenreichen Theaterklause (heute stehen dort Wohnhäuser der Marke „Platte“) hatte Lucie Höflich Unterkunft gefunden; das Schweriner Adressbuch von 1949 nennt noch ihren Namen.
Fritz Hollenbeck und Gerd Micheel sind nur zwei Namen damaliger Absolventen, zu den Kolleginnen und Kollegen gehörten Gisela May, Margarethe Taudte, Fred Düren, Hermann Stövesand. Lucie Höflich spielte 1946/47 in „Leuchtfeuer“ des amerikanischen Dramatikers Robert Ardrey, sie holte Paul Wegener als Nathan und Eduard von Winterstein als Klosterbruder in Lessings „Nathan der Weise“ nach Schwerin. Die Verleihung des Professorentitels 1947 in Schwerin war nur folgerichtig.
Bald geriet jedoch Lucie Höflich in ideologische Bedrängnis. DDR-Funktionäre vergällten ihr zunehmend das Leben. Den üblen Unterstellungen mochte sie nicht standhalten und verließ deshalb Schwerin. Boleslav Barlog in West-Berlin nahm sie mit Kusshand auf. Tragende Rollen boten das Hebbel-, Schiller- und Schlossparktheater. 1953 verlieh ihr Theodor Heuss das Bundesverdienstkreuz. 
Drei Jahre später, am 9. Oktober 1956, starb sie in West-Berlin. In Schwerin hatte am 30. September 1951 das Ministerium für Finanzen Lucie Höflichs Schauspielschule entschädigungslos aufgelöst.   
Dieter W. Angrick


Personalien
 
Bernd Schulte (39) ist am 26. November für Hans-Joachim Hacker in die Stadtvertretung nachgerückt. Seit 23 Jahren ist er schon Mitglied der SPD. Zur Zeit engagiert er sich im Kreisvorstand und ist stellvertretender Vorsitzender der SPD in der Weststadt.

Außerdem ist Schulte schon seit Jahren Mitglied im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss der Stadtvertretung. Der gebürtige Oberhausener startete 1984 seinen beruflichen Werdegang mit dem Studium der Politikwissenschaft, der Publizistik und der neueren Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Von 1990 bis 1992 war Schulte als stellvertretender Marketingleiter bei Probat-Werke GmbH & Co. KG Emmerich tätig. Anschließend kam er das erste Mal als Büroleiter der Stadtvertretung mit Schwerin in Berührung. 1995 wechselte er zu den Schweriner Stadtwerken GmbH und war dort Sprecher des Unternehmens. Seit 1999 ist Schulte nun Landespressesprecher der Barmer Ersatzkasse Mecklenburg-Vorpommern. In Sachen Privatleben ist er voll auf Familie eingestellt. Schulte ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern, fünf und sieben Jahre alt. In seiner Freizeit stehen Tischtennis und die Fotografie hoch im Kurs.