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Eine
kleine Gruppe städtischer Mitarbeiter probt unter Leitung des Baudezernenten
Axel Höhn den Aufstand: Wir wollen beweisen, dass es geht,
so die Begründung an die zahlreichen Zweifler auch innerhalb der
Verwaltung. Die Bundesgartenschau 2009 soll nicht nur schön, sondern
auch sinnvoll für die Zukunft der Landeshauptstadt werden.
Gerade noch die Kritiken des Innenministeriums zum fehlenden Finanzkonzept im Ohr, legte Baudezernent Axel Höhn zusammen mit Stadtdesigner Bernhard Hopf und Umweltamtsleiter Dr. Bernd Smerdka ein visionsreiches Zwölf-Punkte-Programm im Rahmen der BUGA 2009 vor. Prägnant und übersichtlich sind darin die einzelnen Projekte erläutert. In Schwerin wird die BUGA tatsächlich etwas Besonderes sein. Was klassische BUGA-Besucher in andere Städte lockte, wird sich vor allem im Garten der Jahrhunderte am Jägerweg und im Schloßgarten wiederfinden. Seltene Pflanzen und neue Züchtungen sollen dort ihre Bewunderer gefangen halten. Das zweite zentrale Areal, der Hopfenbruchpark auf dem Gelände des Güterbahnhofes, soll dagegen als nutzungsorientierter Stadtpark mit einem breiten Spektrum von Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie einem witterungsunabhängigen Freizeitthemenpark entwickelt werden. Beide Hauptveranstaltungsorte werden durch erlebnisreiche Punkte in der Innenstadt verbunden. Doch das ist nicht alles. Während am Jägerweg die exotischen Gewächse nach der BUGA verblühen, sollen Investitionen am Hop |
![]() Baudezernent Axel Höhn (SPD) will Investitionen in Höhe von ca. einer halben Milliarde Mark im Rahmen der BUGA aktivieren. Foto: max/maxpress fenbruchpark für immer und ewig den Schwerinern erhalten bleiben. Somit werden allein für die BUGA zwar nur 60 Millionen DM gebraucht, insgesamt aber trotzdem weitere 107 Millionen Mark in das Projekt fließen. Grund: Bis an die Stadtgrenzen in allen Himmelsrichtungen werden zehn weitere dezentrale Erlebnisbereiche im Rahmen der Bundesgartenschau ausgebaut. Warum soll der Otter im Zoo nicht in seiner natürlichen Umgebung schwimmen können, anstatt im Boizenburger Fliesenbassin, sagt Höhn. Der Zoo muss über den Franzosenweg zum Schweriner See geöffnet werden. So planen die BUGA-Experten phantastische Wege durch das Wickendorfer Moor. Höhn: Ob das durch eine gläserne Röhre oder über eine Brücke geht, wird man sehen müssen. In Mueß wird auf dem Papier ein Museumspark, der sich bis auf die Insel Kanin |
chenwerder
erstreckt, etabliert und am Neumühler See in Lankow ein Landschaftspark
eingerichtet. Noch extremer: In Schelfwerder sieht man doch im wahrsten
Sinne des Wortes den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da muss man was
tun, um diese tolle, derzeit wenig genutzte Fläche erlebbar zu machen,
so der Dezernent. Grünflächen, Wanderwege, Bootsanleger oder
Badestellen der Stadt bekommen nach Vorstellungen der Projektentwickler
endlich eine Zukunft. Im Gegensatz zu herkömmlichen Konzepten, sollen
in Schwerin definitiv nachhaltige Stadtveränderungen vorgenommen
werden. In Gesprächen gibt sich Baudezernent Axel Höhn, zwanzig
Monate vor der nächsten Kommunalwahl, deshalb überlegt staatsmännisch
und überzeugend.
Der Mann, der die BUGA 2009 im Kopf trägt, findet mit jedem Schritt mehr Anhänger. Schon die Idee, eine Pferdekutsche zwischen Schwerin und Ludwigslust wie zu herzoglichen Zeiten holpern zu lassen, bewegt die Nachbarkommune dazu, Mitglied im Förderverein zu werden. Auch andere Gemeinden wollen sich beteiligen. Zahlreiche Unternehmen sind bereits offizielle Förderer. Auch die unbezahlbar erscheinende historisch überlieferte Idee, den Schweriner See mit der Ostsee zu verbinden (Wallensteingraben), ist dem BUGA-Visionisten spektakulär genug, um ernsthaft über ein derartiges Projekt nachzudenken. Zwar hat sich die Landesregierung noch nicht zu notwendigen BUGA-Förderungen bekannt, doch die Visionisten sind optimistisch: Wir haben gerade erst mit den konkreten Planungen begonnen. |
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Eine
Stadt am Wasser muss sich zum Wasser öffnen. Seit fast zehn Jahren
versuchen die Stadtplaner eine Lösung für diese Idee zu finden.
Die gescheiterten Vorstellungen aus dem Projekt Werdervorstadt
sollen nun im Rahmen der BUGA aufgegriffen und in höherer Qualität
umgesetzt werden. Dazu gehört der Ausbau des Stadthafens am Marstall,
Installationen von Bootsliegeplätzen im Uferbereich sowie die Weiterentwicklung
von Wassersport und Service. Wohnen am Wasser wird dabei als Hauptanliegen
behandelt. Wir haben hier das Wasser vor der Tür, können
aber kaum am Wasser wohnen. Das muss sich ändern, sagt Baudezernent
Axel Höhn. Sport- und Freizeitanlagen sollen das Vorhaben ergänzen.
Schon konkreter: Die kleinen Brücken in der Möwenburgstraße und Güstrower Straße sollen als Zug- oder Drehbrücken künftig Wasserwanderern mit Segeljollen oder großen Yachten den Weg an das Stadtpanorama ermöglichen. Das gesamte Gelände am alten Hafen wird mit Wohnungen direkt am Uferbereich gestaltet. Da muss es möglich sein, direkt an der Steganlage anzulegen und die gastronomischen Angebote zu nutzen, so Höhn. 16 verschiedene Orte sind für Veränderungen vorgesehen (siehe Karte), die per Straße, Wasser-, Rad- oder Wanderweg bereits miteinander verbunden sind. |
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Baudezernent Axel Höhn (55) wurde am 23. Juni 1945 in Naumburg geboren..
1952 - 1960 besuchte er die Grundschule,1960 - 1964 die Erweiterte Oberschule mit Abiturabschluß. 1964 entschied sich der junge Höhn für eine Tischlerlehre. Ein Jahr später bekam er ein Studienplatz an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle, Burg Giebichenstein Formgestaltung BAU+RAUM. Nach seinem einjahrigen Wehrdienst wurde Axel Höhn 1971 als Architekt im Stadtbauamt Greiz angestellt. 1974 verschlug es den Naumburger nach Schwerin. Er nahm eine Stelle als Architekt im Büro des Chefarchitekten der Stadt Schwerin an. Dort arbeitete er bis 1990. Zwischendurch, 1987 - 1988, absolvierte er ein Externstudium an der Fachhochschule Heiligendamm. 1990 wurde der inzwischen engagierte SPD-Politiker erster Baudezernent der Landeshauptstadt Schwerin. Anerkennende Spitznamen wie Demmlers Enkel oder Der Hofbaurat erfand der Volksmund auf Grund seines Engagements für die städtebauliche Entwicklung. Axel Höhn ist Familienvater und wohnt in Schwerin. Die Bundesgartenschau 2009 zum Erfolg auch nach seiner Amtszeit (ab 2002) zu bringen, hat er sich fest vorgenommen. |